Ein Frauenbild der westlichen, männlichen Touristen

Wunderschöne, exotische Thaifrauen warten nur auf Dich "Ja, auf Dich, mein weißer, langnasiger Farang aus dem Westen, Du hast den Besten und Längsten! Begrapsch mich, schrei mir grobe Laute ins Ohr! Da steh ich drauf."

© Fotograf  | Michael Schaller, Gründer von Thailand-Spezialisten.com | Autorin: Melanie Meiers

 

"Hey, stopp, das war Ironie! Im Grunde weiß ich doch, dass unsere zarte, kleine Statur, unsere dunklen, mandelförmigen Augen und unsere stets zu einem Lächeln bereite Lippen bei Euch eher Empathie und Beschützerinstinkte auf den Plan rufen. Oder nicht?"

 

So könnten Khun Noi oder Khun Nok dieses Thema eröffnen. Als Farang Frau versuche ich mich in ihre Lage zu versetzen. Ich beobachte, höre zu und schreibe darüber.

Frau Farang schaut sich um, ein Frauenbild westicher Touristen in Thailand
Frau Farang beobachtet & schreibt darüber

Wie männliche Touristen die Thai Frauen behandeln
Es ist natürlich nur eines von vielen männlichen verzehrter Vorstellung, was thailändische Frauen erwarten.

... und ein weiblicher Erklärungsversuch. Doch zuerst ein Blick in den Duden. Demnach ist ein "Grapscher" eine männliche Person, die eine Frau unsittlich berührt. Logischerweise ist dann ein "Farang-Grapscher", eine männliche Person aus westlichen Ländern, die in Thailand Thaifrauen unsittlich berührt.

 

Was ist nun der Unterschied zwischen einem Grapscher und einem Farang-Grapscher? Und gibt es da Überschneidungen? Eine kleine empirische Studie (meinerseits) hat ergeben: Während notorische Grapscher überall auf der Welt anzutreffen sind und äußerst lästig, ja zuweilen sogar gefährlich werden können, handelt es sich beim Farang-Grapscher um eine äußerst perfide Klientel.

Er ist geografisch oft in asiatischen Ländern (gerne in Thailand) anzutreffen. Der Farang-Grapscher in seinem scheinbar unkontrollierbaren Trieb ist berechnend, denn: Was er sich zu Hause niemals trauen würde, lebt er nun, weit weg von daheim, in Thailand, bewusst aus.

 

Wir kennen dieses Verhalten von Kindern, die naturgemäß noch keine moralisch, ethischen Grundsätze entwickelt haben. Die Eltern verbieten stundenlanges Fernsehen mit Schokoladen-Flatrate. Doch sobald die Kleinen sich unbeobachtet fühlen, fummeln sie mit schokoladenverschmiertem Fingern an der Fernbedienung herum. Während sich dieses Verhalten bei Kindern mit der Zeit auswächst, weil sie sich weiterentwickeln, ist der Farang-Grapscher irgendwo dort in seiner Persönlichkeitsentwicklung stecken geblieben. Das heißt, er ist zwar eventuell groß und stark, mitunter sogar schon grau und faltig geworden, die soziale Intelligenz ist jedoch auf dem Entwicklungsstand eines Sechsjährigen stehengeblieben.

 

Um beide Typen, den Grapscher und den Farang-Grapscher, noch einmal abschließend gegenüberzustellen: Der typische Grapscher ist in seinem Umfeld als solcher bekannt. Frauen warnen sich untereinander: "Pass auf, da kommt der XY, der kann seine Hände nicht bei sich behalten!" Je nachdem, wie ausgeprägt die Grapschereien sind, wird er milde belächelt, sozial gemieden oder befindet sich sogar in psychiatrischer Behandlung. Ein triebhaftes Verhalten also. Freud, Triebtheorie etc., wir kennen das.

Der Farang-Grapscher hat hingegen Kontrolle über seine Triebe, weil er sie ja bewusst nur an bestimmten Orten, gerne in Thailand, auslebt. Dort, wo er sich erstens (körperlich) überlegen und zweitens unbeobachtet von seinem sozialen Umfeld fühlt. Oft muss er sogar noch mit Alkohol nachhelfen. Denn im Alltag nimmt man ihn eher als gehemmt und durchsetzungsschwach wahr, aber eben auch als berechnend.

 

So mag er sich vielleicht denken: "Ich fliege jetzt nach Thailand, da wimmelt es von hübschen Mädels, die nur darauf warten, es mal richtig besorgt zu kriegen. Und die Barmädels, ich sag nur "Schnäppchen"! Kost ja nichts da unten. Mit denen kann ich dann machen was ich will, die sind ja so willig!"

 

Wohl kaum einer dieser Farang-Grapscher würde sich trauen, einer feschen Wiesn-Bedienung auf dem Oktoberfest ans Dirndl zu gehen. Wahrscheinlich trauen sie sich in Deutschland noch nicht einmal eine Prostituierte aufzusuchen. Im grauen Alltag ist er wenig auffällig. Wenn, dann dadurch, dass er privat, wie beruflich, gerne die Schwächen anderer ausnutzt, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Allein endokrinologisch (die Hormonlehre betreffend) betrachtet, kommen wir den Motiven eines Farang Grapschers also nicht näher. Aber auch ein mieser Charakter muss sich doch wissenschaftlich irgendwie immer erklären und vielleicht sogar heilen lassen? Erklären vielleicht. Ein wenig aus der Anthropologie (Menschenkunde) mit einer Prise Psychologie scheint ein erster Ansatz. Ich denke da an eine Dominanz der Steinzeitgene gepaart mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung. Aber wahrscheinlich muss, wie so oft, jeder Fall einzeln betrachtet, beurteilt und therapiert werden.

 

Erschreckende Erfahrungsberichte

"Und plötzlich, ich stand in einer Pool-Billard-Pause mit meiner (Thai) Frau an der Bar, klatschte ihr ein wildfremder Farang auf den Hintern." oder: "Mit anzüglichen Blicken fing dieser Farang plötzlich an, mich während einer Konzertveranstaltung überall zu begrapschen!" und: "Wir hatten 1.000 Baht für Liebesdienste ausgemacht. Als die Tür hinter uns ins Schloss fiel, warf er das Geld auf den Tisch, wurde grob, laut und verlangte von mir die ekelhaftesten Dinge!"

 

Eines weiß ich inzwischen, solche Szenen spielen sich öfter ab, als man darüber erfährt.

Die Thaifrauen erzählen nicht gern über solche Erlebnisse.

 

Nur manchmal und ganz leise, weil zutiefst beschämt, hört man Berichte von respektlos behandelten und misshandelten Thaifrauen. Sie besitzen kaum Plattformen für ihre Probleme, haben wenig Halt in der Familie und müssen all diese schrecklichen Erlebnisse oft mit sich selbst ausmachen.

Wie westliche Männer die thailändischen Frauen sehen
"Wir tauschen uns aus und lachen viele dieser "Steinzeitler" aus.

Thailändische (Bar)Frauen haben keine große Lobby

Eine traurige Tatsache ist, dass nicht wenige thailändische Frauen auch unter ihren thailändischen Männern zu leiden haben. Manche Frauen werden von ihren Ehemännern mies behandelt.

 

Zuweilen geben die Männer ihr (oder sogar ihr) verdientes Geld lieber in einer Bar für Prostituierte und Alkohol aus, als es in die Familie einzubringen. Auch werden Frauen, die Geld in Bars und entsprechenden Touristenbetrieben verdienen, in ihrer eigenen Familie und Nachbarschaft nicht gerade respektvoll behandelt. Wenngleich ihr Verdienst durchaus willkommen ist. Das allein ist schrecklich genug. Wir können also sicher sein, dass in Thailand niemand auf verklemmte, notgeile Farangs wartet, die jeglichen Anstand zusammen mit der heimischen Grenze hinter sich lassen.

 

Wer die Notlage von anderer Menschen ausnutzt, scheint selbst in einem Dilemma weit größeren Ausmaßes zu stecken. Doch meistens fehlt diese Einsicht. Das erschwert die Lage. Thaifrauen haben niemanden, der sich ernsthaft dafür interessiert, wie sie sich fühlen, wenn ihnen

im Big-C (Supermarkt) zwischen den Lactasoy- und Instantsuppenregalen plötzlich ein Farang grinsend zwischen die Beine greift; wenn ein Barmädchen für 2.000 Baht (umgerechnet ca. 50 Euro) als Sexobjekt be- oder misshandelt wird oder wenn sie von ihren Ehemännern geschlagen werden.

Armer Farang

Für männliche Residenten, Expats und Touristen existiert dagegen eine recht große öffentliche Plattform, wie ich immer wieder feststelle. Da gibt es Facebookgruppen, Chats in einschlägigen Foren, Magazine, Bücher und manchmal auch nur alberne T-Shirts (z. B. mit dem Aufdruck "I am not an ATM"). Da wird dann wird lamentiert, geklagt und gejammert über die ach so gemeinen, geldgeilen Thailadys: "Ich habe Haus und Hof verloren, einfach ausgesperrt hat sie mich!" heißt es da, oder: "Solange ich zahle, ist sie die liebste Frau!" und: "Eines Tages war sie auf und davon, mit dem Auto und einem neuen Farang." usw.

Diese und ähnliche Geschichten gibt es wie Sandkörner am Strand von Pattaya-Beach. Hierbei handelt es sich in der Regel um eine andere Spezies Mann, doch darum kümmern wir uns ein anderes Mal.

 

Um noch etwas Positives hinzuzufügen: Nicht wenige Thaifrauen, die ich kenne, sind seit Jahren glücklich mit "ihrem" Farang verheiratet. Sie schätzen seine Loyalität, seinen Fleiß und natürlich auch den Wohlstand, den er in ihr Leben bringt oder zumindest nicht hinausträgt. Besonders, wenn sich Thaifrau und Farang-Mann bildungsmäßig und finanziell ungefähr auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt begegnen, spricht vieles für eine lange harmonische Ehe. Das ist allerdings überall auf der Welt so und dürfte nicht weiter überraschen.

Thailand Pferde reiten
Pferdesport in Thailand

Das Beste zum Schluss

Natürlich wird jeder Leser solch ein Verhalten, wie das des Farang-Grapschers. Weit von sich weisen und das freut mich. Doch bestimmt kann jeder Thailandreisende über oben beschriebene, ähnliche Szenen berichten, die er mal mit Abscheu beobachtet hat. Vielleicht kann "Mann" dann ein ums andere Mal solch einen Farang-Grapscher verbal zurechtweisen, quasi die Ehre der westlichen Männer aufrechterhalten.

 

Es sind ja schließlich nicht alle Männer so! Nur selten begibt sich der beherzt Eingreifende dabei selbst in Gefahr, denn psychologisch betrachtet, handelt es sich ja bei einem Farang-Grapscher eher um den feigen Typus Mann. Es sei denn, er hat sich zuvor Mut angetrunken.

 

Dann heißt es natürlich: rechtzeitig in Deckung gehen! Fazit (wenn es eins geben soll): Farang-Grapscher werden sich aufgrund dieser Zeilen kaum ändern, falls sie ihre Aufmerksamkeitsspanne überhaupt bis hier hin aufrechterhalten konnten. Apropos geringe Aufmerksamkeitsspanne, das erinnert mich an einen berühmten amerikanischen Politiker. Berichten zu Folge soll auch er zu den dreisten Grapschern gehören.

 

Zugegeben, er muss dafür, aufgrund seines Status und aufgeblähten Egos, nicht extra nach Asien reisen. Nun bin ich ganz abgekommen vom Fazit. Ach, denkt Euch/ denken Sie sich einfach ein Eigenes aus.

Ich wünsche Euch/ Ihnen von Herzen eine wundervolle, unbeschwerte Zeit im Land des Lächelns.

Weibliche Bauern im Isaan
Bleiben Sie freundlich und respektvoll

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Kommentare: 2
  • #1

    PeWo (Montag, 25 Oktober 2021 11:41)

    Liebe weiße, weibliche in Chiang Mai lebenden netten Frau.

    Wenn mir ein westlicher Mann sagt, dass er wegen den Frauen nach Thailand fährt, mache ich mir mehr Sorgen um ihn als um die dortigen Frauen. Sie kennen die Schwachpunkte der Männer ziemlich genau und nicht wenige von diesen Helden sind von diesen scheinbar hilflosen und liebreizenden Thai-Ladys bis auf's Hemd ausgenommen worden. Den lieben Thai-Frauen ist die ideologische Opferrolle der westlichen Frauen fremd, sie wissen sich zu zu helfen und zu wehren.

    Wenn jemand das Verlangen hat, westlich geprägte Gesellschaftsnormen wie z.B. die Political Correctness bzw. den Feminismus nach Thailand zu missionieren, geht es das gewaltig schief und solche offensichtlich einseitig auf reines Männer-Bashing hin ausgelegte Artikel sind nichts anderes feministische Selbstbefriedigung.

  • #2

    Verena (Samstag, 30 Oktober 2021 20:01)

    Hallo PeWo.,
    der Leser, der den Kommentar vor mir geschrieben hat.

    Die Autorin schreibt doch in der Überschrift ganz deutlich, dass dies nur EINES von mehreren Frauenbildern ist, welche westliche, männliche Touristen haben. Und nicht pauschal sowie Du das anscheinend wahrnimmst und verstanden hast.

    Ebenfalls wird das im ganzen Artikel deutlich.

    Hinzu kommt, dass dieser Bericht sehr witzig ist und bewusst etwas zynisch verfasst wurde. Wenn Du das so ernst aufnimmst, denke ich Du betrachtest dies zu pauschal und vor allem fehlt es dir ganz einfach, eine Frau zu sein und durch unsere Augen die Thematik zu sehen.

    Dies hat garantiert nichts mit Feminismus zu tun. Absolut nicht. Wenn Du das so siehst, muss ich sagen (ohne das gemein oder angreifend dir gegenüber zu meinen) das Du keine Ahnung hast, was Feminismus ist. Dies hat rein gar nichts mit diesem Artike zu tun!

    Aber das kann ich natürlich nur subjektiv deuten, aber ich kenne die Autorin persönlich und werde sie bei Gelegenheit einmal dazu befragen.

    Bis dahin.

    Dir noch ein erfolgreiches Leben in Thailand (wenn Du auch hier lebst, sonst solltest Du so oder so vielleicht den Ball flachhalten ;))

    Anyway. Im Ernst nun; Fühle dich bitte nicht von mir angegangen und KlugscheißerIn wollte ich auch nicht. Nur fand ich deine Aussage wie u.A. feministische Selbstbefriedigung einfach polemisch und kindisch im Sinne von "Provinz-Geschwafel"

    Viele Grüße aus Chiang Rai,
    Verena.