Der Nationalpark Sai Yok

Im westlichen Zentralthailand, in der Provinz Kanchanaburi, liegt der Nationalpark Sai Yok an der Grenze zu Myanmar. Mit einer Fläche von knapp 500 km² ist der hügelige Park zur Heimatstätte für zahlreiche Tierarten geworden - von Fledermäusen über Schlangen bis hin zu Tigern und Bären.

Sai Yok Nationalpark
Sai Yok Nationalpark

Der Bewuchs des Parks ist sehr abwechslungsreich: schier endlose Bambushaine geben sich die Hand mit edlen Teakholz-Wäldern und das Ganze entlang des legendären Flusses Kwai. Der Sai Yok Nationalpark wird durchzogen von einer Kalkstein-Gebirgskette, die sich von Norden in Richtung Süden erstreckt.  Deshalb finden sich hier auch einige äußerst sehenswerte Höhlen: Die Federmaushöhle zum Beispiel zieht Tag für Tag Hunderte Schaulustiger an, sobald die kleinen Säugetiere in der Dämmerung ihr "Hotel" verlassen, um auf die nächtliche Futtersuche zu gehen. 

Die Geschichte des Sai Yoks Nationalparks

Der Legende nach war das hügelige Gebiet rund um Kanchanaburi schon immer ein beliebtes "Ausflugsziel" für König Chulalongkorn (Rama V.), der hier die Ruhe und Abgeschiedenheit nutzte, um zu meditieren.


Am 27. Oktober 1980 wurde der Sai Yok Nationalpark offiziell eröffnet und wurde damit der 11. Nationalpark des Landes. Er ist gleichzeitig Bestandteil des "Western Forest Complex", einem System, welches 12 Nationalparks und sieben Wildschutzgebiete im Westen Thailands und Myanmar miteinander verbindet und so ein Refugium für über 150 verschiedene Säugetiere, knapp 500 Vogelarten, 100 Fischarten und unzählige Insekten sowie Reptilien darstellt. 

Innerhalb des Parks finden sich Überreste einer Brücke der Thailand-Burma-Eisenbahn, besser bekannt auch unter ihrem gefürchteten Namen "Deathrailway". Hier mussten in den vierziger Jahren Tausende asiatische und alliierte Kriegsgefangene der Japaner eine Bahnverbindung zwischen Thailand und Myanmar legen - und viel zu viele der Gefangenen und Zwangsarbeiter verloren dabei ihr Leben. 

Auch ein verlassenes Camp der Japaner kann man auch heute noch im Sai Yok Nationalpark besichtigen und sich von der zweifelsfrei mystischen Stimmung des Ortes "gefangen nehmen" lassen. 

Und damit noch nicht genug: im Park wurden zudem im Jahr 1978 einige Szenen des oscarprämierten Anti-Kriegsdramas "Die durch die Hölle gehen" gedreht. 

Deathrailway
Deathrailway

Flora und Fauna im Sai Yok Park

Ein Großteil des Gebiets ist mit Teakholzbäumen bedeckt, allerdings sind sie nicht so alt, wie man glauben möchte: der heutige Bewuchs wurde erst 1954 angepflanzt, nachdem die japanischen Besatzer wahl- und planlos alles gerodet hatten, was ihnen im Weg stand. Nur 3 % der Fläche des Sai Yok Nationalparks bestehen noch aus tropischem Urwald, von Meeresspiegelhöhe bis hoch auf knapp 600 m.

 

Gerade aufgrund der verschiedenen Begebenheiten im Park hat sich hier eine Vielzahl an Tieren angesiedelt - einige sogar exklusiv. So kann man hier auf Sambar-Hirsche, Bengalkatzen und Rebhühner treffen, genauso wie auf den asiatischen Schwarzbären oder sogar Tiger - wobei diese sich zumeist von den Wanderrouten der Besucher fernhalten. In Richtung der burmesischen Grenze soll es sogar wilde Elefanten geben - aber ihnen läuft man nur in wahren Glücksfällen über den Weg. In den Gewässern des Parks wurde 1983 eine neue Riesenkrabben-Art gefunden, die sich durch ihre leuchtenden Farben (Weiß, Blau und Rot) auszeichnet. 

 

In einer der zahlreichen Höhlen des Parks wurde 1973 die Schweinsnasenfledermaus von dem Forscher Kitti Thonglongya entdeckt - und sie lebt ausschließlich in diesem Gebiet! Die Fledermaus ist gerade einmal 3 cm groß, wird 2 Gramm schwer und ist mit gerade einmal 10 cm Flügelspannweite die kleinste Säugetierart auf der ganzen Welt. 

Sehenswürdigkeiten im Sai Yok Nationalpark

Die Hauptattraktion - neben der prächtigen Tierwelt - ist wohl der Sai Yok Yai Wasserfall, der sich sowohl bei ausländischen wie auch bei einheimischen Touristen großer Beliebtheit erfreut. Der Wasserfall liegt in direkter Nähe der Parkverwaltung, wo man auch kleine Hütten mieten kann.

Sai Yok Yai Waterfall
Sai Yok Yai Waterfall
Sai Yok Noi Wasserfall
Sai Yok Noi Wasserfall (liegt nicht direkt im Park, sondern "kurz" davor)

Auch wenn der Sai Yok Wasserfall mit knapp 10 Metern Fallhöhe nicht unbedingt mit anderen bekannten Fällen seiner Art mithalten kann, zeichnet er sich durch seine atemberaubende Schönheit aus. Das Wasser stürzt aus dem Wasserfall direkt in den Kwai Fluss. Allerdings muss man auch erwähnen, dass der Wasserfall von oben kein besonders beeindruckendes Bild abgibt. Um seinen Reiz zu erfassen, sollte man entweder über die Hängebrücke auf die andere Seite des Flusses gehen oder aber auf eines der motorisierten Holzboote zurückgreifen. Wahlweise kann man sich auch in eines der festgezurrten Holzflöße setzen und in den kleinen Restaurants oder Cafés ein leckeres Essen und kühle Getränke genießen. 

Ungefähr einen Kilometer vom Wasserfall entfernt liegen drei sehr interessante Höhlen. Die erste, die "Bat Cave", ist berühmt für die Schweinsnasenfledermaus, dem kleinsten Säugetier der Welt. Hier wurde sie entdeckt und nur hier lebt sie auch. 

 

Die größte Höhle des Parks ist die Tham Lawa, die aus fünf zusammenhängenden Kammern besteht und über 500 m lang ist. In ihr finden sich bizarre Stalagmiten und Stalaktiten. Auch das mit 100 m Länge etwas kleinere Höhlensystem der Tham Daowadung mit seinen 8 Kammern ist einen Besuch wert. Sie wurde erst im Jahr 1973 entdeckt.

Das "Hellfire Pass Memorial" ist eine Gedenkstätte mit angeschlossenem kleinen Museum, welches einen Einblick in den Bau der Deathrailway und die geschichtlichen Umstände gibt. Es befindet sich ca. 35 km vom Wasserfall und der Parkverwaltung entfernt. In der Nähe des Besucherzentrums hat sich über die Jahre ein kleiner Markt angesiedelt, der vor allem auf Touristen ausgerichtet ist. Neben frischem Obst kann man hier allerlei Souvenirs zum Parks und traditionelle Textilien für kleines Geld erwerben. 

Hellfire Pass Memorial
Hellfire Pass Memorial

Wie kommt man zum Sai Yok Nationalpark?

Von der Provinzhauptstadt Kanchanaburi aus gibt es täglich ab 6.00 Uhr morgens bis 18.30 Uhr im Halb-Stunden-Takt Anfahrtmöglichkeiten. Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden im klimatisierten Bus. Wer seinen Besuch im Sai Yok Nationalpark mit einer Fahrt in der legendären Deathrailway kombinieren möchte, kann dies auch tun. Die Gleise enden in der Nam Tok Station, die einen ca. 2 km langen Fußweg vom Park entfernt liegt. Dieser Zug startet in Kanchanaburi täglich morgens um kurz vor sechs und dann nochmals um 10.20 Uhr.

 

Der Eintritt in den Sai Yok National Park kostet 200 Baht, die man am Haupteingangstor bezahlen muss. Im Park selbst finden sich sowohl einige einfache Hütten (ohne Strom), wie auch etwas komfortablere Unterkünfte - zum Beispiel in einem der Holzflöße auf dem Fluss Kwai. 

Restaurants, Cafés und Snackkarren finden sich über den gesamten Park verteilt, aber natürlich hauptsächlich dort, wo sich auch die Sehenswürdigkeiten befinden. Primär also rund ums Besucherzentrum, am Sai Yok Wasserfall und auch in der Nähe der Höhlen.

Nützliche und weiterführende interne Links:

© Autor & Fotograf  Michael Schaller, Gründer von Thailand-Spezialisten.com | Mitgewirkt an diesem Artikel: Melanie Meiers, Autorin