Im Golf von Thailand, in Sicht- und Hörweite von Koh Samui, liegt die Insel Koh Phangan. Weltberühmt ist diese 125 Quadratkilometer große Insel durch ihre Full Moon Partys! Stell dir eine Mischung aus Burning Man, Ballermann und Goa-Trance vor, dann weißt du in etwa was Phase ist! Doch täte man dieser Trauminsel verdammt unrecht, würde man sie nur darauf reduzieren.
Wie Koh Samui und Koh Tao gehört auch Koh Phangan zum Samui Archipel und zur Provinz Surat Thani. Knapp 14.000 Einwohner leben auf Koh Phangan. Die Insel ist im Inneren bergig und mit dichtem Dschungel durchzogen. Drum herum viele traumhafte Strände und zum Teil schwer erreichbare Buchten.
Eine durchgehende Ringstraße längs der Küste gibt es nicht und wo wir grad bei der Infrastruktur sind: Hauptverkehrsmittel der Insel sind Roller und Motorräder, die sind fast überall günstig zu mieten. Aufgepasst, Fahrpraxis sollte nicht erst hier erworben werden, sonst gibt es im harmlosesten Fall schnell mal so ein berühmtes "Koh Phangan Knie" (blutig, aufgeschürft und fest verbunden)!
Sammeltaxis (Songthaews) fahren dich nach Bedarf von A nach B. Den Preis verhandle am besten vorab. Fahrräder und Autos sind eher selten, da sie relativ unpraktisch sind (enge, steile Straßen). Besser ist man dann noch zu Fuß oder auch gern mal mit einem Longtail Boot unterwegs.
Ach ja und "Phangan" (Thai ausgesprochen Pa-ngan), was das heißt, da weiß man nichts Genaues. Aus dem Altthailändischenkönnte es in Richtung "Sandbank, seichte Stelle" gehen. Das passt sinngemäß ganz gut, denn die Küstenregionen von Koh Phangan sind flach und umgeben von Sandbänken.
Wie viele kleine Inseln, so diente auch Koh Phangan anfangs Fischern und Seenomaden als fruchtbarer Rastplatz mit frischem Quellwasser. Die ersten Siedler kamen im 14. Jahrhundert hierher und betrieben hauptsächlich Fischfang oder waren Kokosnussfarmer.
Im 19. Und 20. Jahrhundert spielte der Zinnabbau eine wichtige Rolle auf Koh Phangan. König Rama V. besuchte die Insel einige Male und unterstützte die Zinngeschäfte vor Ort. Heute finden sich kaum noch Spuren davon, alte Stollen im Inneren sind längst überwuchert.
In den 1970er Jahren fanden die ersten Hippies ihren Weg nach Koh Phangan, und die Insel wurde Teil des berüchtigten "Banana Pancake Trails". In den 1980ern dann gabs die ersten Full Moon Partys am Haad Rin Beach. Zunächst improvisiert, mit ein paar Lautsprechern im Sand. Doch schnell wurde aus der kleinen Strandparty ein monatliches, gut organisiertes Megaspektakel, das Tausende aus der Techno- und Raverszene anzog. Seit dem ist es für viele ein einzigartiges Erlebnis, völlig beseelt, barfuß und mit Neonfarbe bemalt in die nächste Mondphase zu tanzen.
Heute findest du im Norden ruhige Yoga-Resorts und Detox-Retreats, Clubs und Partykultur im Süden, dazwischen ursprüngliche Natur, Dschungel und Traumstrände.
Die Insel besticht immer noch durch ihren wilden, unperfekten Charme und die Vibes bewegen sich irgendwo zwischen spiritueller Auszeit und tropischem Ausnahmezustand.
Erwartungsgemäß gibt es keine Direktflüge auf die Insel, denn Koh Phangan hat keinen eigenen Flughafen. Der nächstgelegene Flughafen befindet sich auf der Nachbarinsel Koh Samui.
Von dort geht es mit der Fähre (meist ab Bangrak Pier) in etwa 30 bis 60 Minuten nach Koh Phangan. Die Dauer richtet sich nach der Wetterlage, den Anbietern und den Zielhafen.
Alternativ kannst du über das thailändische Festland anreisen. Von Surat Thani aus oder Chumphon.
Von den jeweiligen Piers (z. B. Surat Thani Donsak Pier) fahren täglich mehrere Fähren auf die Insel. Die beliebteste Ankunftsstelle auf Koh Phangan ist Thong Sala. Von hier aus geht es mit einem Sammeltaxi oder Roller weiter zu deinem Zielstrand.
Tipp: Während der Full Moon Party empfiehlt es sich, Tickets und Unterkünfte frühzeitig zu buchen!
Hier gibt es nicht nur Party. Auf Koh Phangan findet jeder sein Plätzchen, ob zum Rasten oder Raven.
Der Südosten ist allerdings stark vom Partyleben geprägt. Neben der Full Moon Party verkürzen zusätzlich Half Moon-, Black Moon- sowie diverse Jungle-Partys und Club-Besuche die Nächte. Die Full Moon Partys finden das ganze Jahr über statt. Hauptsaison ist von Dezember bis März und die fettesten Partys gibt es in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel.
Abgeschieden und meditativ geht es in der Gegend von Haad Yuan, Haad Yuan Noi und am Bottle Beach zu. Einige malerische Buchten kannst du nur mit einem Longtail Boot erreichen. Der Westen (Sri Thanu, Hin Kong) ist ein Paradies für Yogis und Digital Nomads. Das WLAN auf der Insel ist schnell und nahezu flächendeckend.
Im Norden lockt Chaloklum, ein ruhiges Fischerdorf mit kleinen Restaurants und einsamen Stränden in der Nachbarschaft. Vom Mae Haad Beach aus kannst du bei Ebbe die Insel Koh Ma zu Fuß erreichen. Im Nordosten liegt der Than SadetNationalpark, benannt nach dem Fluss, den der König Rama V gern besuchte.
Auf Koh Phangan gibt es eine sehr aktive Yoga- und Meditationsszene, besonders im Westen. In Sri Thanu existiert eine breite, alternative Lebensgemeinschaft mit veganem Essen und Tantra-Retreats. Perfekt Ort für ein mentales und physisches Reset.
Fantastische Trekkingrouten ins Landesinnere können Wanderfreaks den Aufenthalt versüßen. Die Tour auf den höchsten Berg Khao (627 m) der Insel dauert eineinhalb bis zweieinhalb Stunden und belohnt mit einem atemberaubenden Ausblick über das Samui Archipel.
Weitere bekannte und reizvolle Trails sind der Phaeng Waterfall Trail sowie der anspruchsvolle Domesila-Than Sadet-Trail. Da geht´s von West nach Ost durch den Dschungel (am sichersten mit Guide). Der Bottle Beach Trail ist der beliebteste Wanderweg. Vielleicht weil es ein landschaftlich großartiger Dschungelpfad ist, der nur eine knappe Stunde moderate Bewegung erfordert.
