Chumphon

Mit Lomprayah weiter zu den südlichenGolfinseln

Die Provinz Chumphon, die zum Teil auf der Malaiischen Halbinsel liegt, gilt gemeinhin als das „Tor in den Süden Thailands“. Aufgrund ihrer Lage ist hier der Landweg zwischen der Andamanensee und dem Golf von Thailand am kürzesten, sodass viele Thailand Urlauber die Provinz nur als „Zwischenstopp“ kennen. Dabei gibt es in Chumphon einige der schönsten Strände Thailands, die noch vollkommen unberührt sind und richtiges Postkarten-Feeling versprechen.

Rice terraces near Doi Tapang in Chumphon, Thailand
Doi Tapang in Chumphon, Thailand

Chumphon ist mit 6010 km² eine der kleineren Provinzen Thailands, besitzt aber immerhin trotzdem eine 222 km lange Küstenlinie mit größtenteils wunderbar weißen Sandstränden, abgelöst durch Kokospalmen-Haine. Fährt man ins Landesinnere, warten Spaziergänge in prächtigen Obstplantagen im Süden und Osten und unerforschte Höhlen und Grotten im höher gelegenen Westen, der an Myanmar grenzt. Viele Touristen nutzen Chumphon, um von hier aus mit dem Boot auf die beliebte Ferieninsel Koh Tao zu fahren. Denn obwohl Koh Tao zur Provinz Surat Thani gehört, ist die Anfahrt von hier um einiges leichter. Chumphon liegt ungefähr 200 km nördlich von Surat Thani und 500 km südlich von Bangkok.

Durch die noch wenig überlaufenen Strände, aber vor allem auch wegen der unzähligen Korallenriffe vor der Küste Chumphons hat sich die Provinz in den vergangenen Jahren zu einem Insider-Tipp unter Tauchern und Schnorchlern entwickelt – und das mit Recht. 

Wie kommt man hin und wann sollte man die Provinz besuchen?

Chumphon ist weit mehr als nur ein Durchgangsort. Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt verbindet die Provinz das thailändische Festland mit den beliebten Inseln im Golf von Thailand. Ob Sie mit dem Flugzeug, der Bahn oder dem Bus anreisen – hier finden Sie alle wichtigen Informationen, um Ihre Reise nach Chumphon und weiter auf die Inseln stressfrei zu planen.

High-Speed Katamaran von Lomprayah von Chumphon nach Koh Tao
Mit dem High-Speed Katamaran von Lomprayah gehts weiter zu den Golfinseln - Koh Tao - Koh Phangan und Koh Samui

Anfahrtsmöglichkeiten: So kommen Sie nach Chumphon

Die Provinz ist verkehrstechnisch hervorragend erschlossen. Je nach Budget und Zeitplan stehen Ihnen verschiedene Optionen zur Verfügung.

Mit dem Flugzeug

Der Flughafen Chumphon (CJM) wird von verschiedenen thailändischen Städten angeflogen. Dies ist oft die schnellste Variante, um in den Süden zu gelangen.

  • Preise: Die Flugpreise variieren stark je nach Saison und Buchungszeitraum.
  • Beispiel: Für Flüge von/nach touristischen Zielen (wie z.B. Verbindungen Richtung Phuket oder Bangkok) müssen Sie in der Hauptreisezeit (Mai/Juni) mit Preisschwankungen rechnen. Ein Budget von ca. 5.200 bis 7.400 Baht sollte für Inlandsflüge eingeplant werden, wobei Promo-Tarife oft deutlich günstiger sein können.

Mit dem Zug

Chumphon ist ein zentraler Bahnknotenpunkt auf der Strecke der "Southern Line" von Bangkok in den Süden.

  • Verbindungen: Es gibt tägliche Verbindungen von Bangkok (Bahnhof Krung Thep Aphiwat) und anderen Städten.
  • Zugtypen: Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Klassen (VIP Sleeper, 2. Klasse AC, Ventilator). Die Preise richten sich nach Komfortklasse und Reisezeit. Informationen und Tickets erhalten Sie direkt bei der thailändischen Staatsbahn (SRT).

Mit dem Bus

Der Bus ist bei Backpackern und Reisenden eine der beliebtesten Optionen. Besonders bekannt ist das Unternehmen Lomprayah, das oft Kombi-Tickets (Bus + Fähre) anbietet.

  • Komfort: Die VIP-Busse zeichnen sich durch hervorragende Klimatisierung und bequeme Sitze aus, sodass Sie entspannt ankommen.
  • Kostenbeispiele: Bangkok nach Chumphon: ca. 740 Baht
    Verbindungen Richtung Phuket: ca. 370 Baht (Hinweis: Preise können je nach Anbieter und Saison variieren.)

Mit dem Auto (Mietwagen)

Für maximale Unabhängigkeit bietet sich ein Mietwagen an.

  • Straßenverhältnisse: Während die Hauptstraßen (Highway 4) gut ausgebaut sind, kann die Qualität in ländlichen Regionen variieren und entspricht nicht immer europäischen Standards. Fahren Sie hier besonders vorsichtig.
  • Mietpreise: Die Kosten für einen Mietwagen in Chumphon liegen bei etwa 550 Baht pro Tag. Bei einer wochenweisen Anmietung bieten viele Verleiher Rabatte an (Kosten hier oft ab ca. 1.100 Baht aufwärts, je nach Fahrzeugklasse).

Anreise per Fähre (von den Inseln)

Wenn Sie bereits auf den Inseln sind, ist die Fähre der Weg zurück aufs Festland. Der Hafen von Chumphon wird regelmäßig von Koh Tao, Koh Phangan und Koh Samui angesteuert.

  • Von Koh Tao: ca. 1,5 Stunden
  • Von Koh Samui: ca. 4 Stunden
  • Kosten: Je nach Distanz und Anbieter (Lomprayah, Songserm etc.) liegen die Preise zwischen 1.180 und 5.100 Baht (für komplexe Verbindungen oder VIP-Tickets).

Weiterreise: Abfahrtsmöglichkeiten von Chumphon

Chumphon ist oft der Startpunkt für das nächste Abenteuer. Wohin soll es gehen?

  • Auf die Inseln (Fähre): Der Fährhafen ist das Herzstück für Touristen. Tickets für die Überfahrt nach Koh Tao, Koh Phangan und Samui können Sie bequem online oder direkt am Pier kaufen. Tipp: In der Hochsaison steigen die Preise oft leicht an und eine Vorausbuchung wird empfohlen.
  • Nach Bangkok (Bus & Zug): Nutzen Sie den Bahnhof oder die Busterminals für die Rückreise in die Hauptstadt.
  • Internationale Ziele (Flug): Vom Flughafen Chumphon erreichen Sie über Anschlussflüge in Bangkok Ziele in ganz Asien und darüber hinaus.
  • Erkundung der Umgebung (Auto): Nutzen Sie einen Mietwagen, um die unberührten Strände (z.B. Thung Wua Laen Beach) in der Umgebung von Chumphon zu entdecken, bevor Sie weiterreisen.

Fazit: Egal ob als Zwischenstopp oder Startpunkt für das Inselhopping – Chumphon ist einfach zu erreichen und bietet für jeden Reisestil das passende Verkehrsmittel.

Strände und Sehenswürdigkeiten

  • Natürlich sind es hauptsächlich die blütenweißen Strände, die die Urlauber anlocken. Einer der beliebtesten Strände der Provinz ist Hat Thun Wua Laen. Er liegt 16 km außerhalb der gleichnamigen Provinzhauptstadt Chumphon und wird von üppigen Wäldern eingerahmt.
    Hier haben sich in den letzten zehn Jahren zahlreiche Luxus-Hotels und Resorts niedergelassen, sodass man sowohl zahlreiche Restaurants in der Nähe findet, als auch genügend Tauchschulen, mit denen man die Korallenriffe erkunden kann.
  • Der Sai Ri Beach gilt als Ausgangspunkt für Fahrten zu den Inseln rund um den Mo Ko Chumphon Nationalpark. Doch auch der Strand an sich ist einen zweiten Blick wert: er erstreckt sich über viele Hundert Meter, und auch, wenn sich mittlerweile das eine oder andere Hotel dort angesiedelt hat, findet man hier garantiert immer ein ungestörtes Plätzchen.
  • Der Mu Ko Chumphon Nationalpark liegt knapp 20 km südlich der Provinzhauptstadt. Hier kann man Campen, Schwimmen, Wandern und vieles mehr. Der Park umfasst sowohl einige der schönsten Strände der Provinz wie Thung Makham oder Arunothai, als auch knapp 40 Inseln vor der Küste. Die Korallenriffe der Inseln Koh Ngam und Koh Chorake sind mittlerweile schon fast legendär.
  • Doch es sind natürlich nicht nur die Strände, die Chumphong ausmachen. Auch Kletterer und Trekkingfreunde können hier auf ihre Kosten kommen. Im Westen der Provinz hat man die Möglichkeit, verschiedene Höhlentouren zu unternehmen. Von der einfachen Besichtigung bis hin zu schwierigen Klettertouren unter Zuhilfenahme von Bergsteiger-Ausrüstungen ist alles möglich – und wer auf einer Tour eine neue Höhle entdeckt, darf ihr sogar einen Namen verpassen!
  • Eines der bereits umfassend erkundeten Höhlensysteme ist Tham Rubror. Hier finden sich nicht nur Tropfsteine, sondern auch zahlreiche Buddha-Zeichnungen an den Wänden – die Älteste soll über 1.000 Jahre als sein.
  • Tham Singha ist ein Wat mit einer netten, kleinen Höhle, die sich perfekt für einen Kurzbesuch mit dem Fahrrad eignet. Sie liegt etwa 8 km außerhalb der Stadt und die Fahrt dorthin führt durch idyllisches Hinterland. Und wenn man Glück hat und zur Mittagszeit am Wat ankommt, kann man manchmal sogar gemeinsam mit den Mönchen essen.
  • Und wenn man schon mal in Chumphon gelandet ist, sollte man sich unbedingt auch den Night Market ansehen. Er befindet sich in direkter Nähe zum Bahnhof und bietet nicht nur zahlreiche lokale Spezialitäten (das Seafood ist anbetungswürdig!) an, sondern auch Kunsthandwerk und manchmal mehr schlecht als recht gefakte Technikartikel. Das Getümmel auf dem Markt ist bunt und laut, aber bewahrt sich einen gewissen relaxten Charme. Hier geht (fast) nichts mit Eile zu. 

Die Geschichte der Provinz Chumphon

Zahlreiche Funde wie Töpferwerk, welches mittlerweile im Nationalmuseum der Provinz ausgestellt ist, beweisen, dass die Gegend um Chumphon schon im 7. Jahrhundert bewohnt gewesen sein muss.

Auch während der Periode des Königreichs von Ayutthaya spielte Chumphon eine bedeutende Rolle: Truppen aus der Provinz wurden wiederholt zur Verteidigung gegen die ständig präsente Gefahr durch Angriffe durch die Burmesen gerufen – meist erfolgreich.

Im Jahr 1989 kam es in der Provinz Chumphon durch den verheerenden Taifun „Gay“ zu einer verheerenden Katastrophe. Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzflächen wurden bei dem Taifun zerstört, 529 Thailänder fielen ihm zum Opfer und über 160.000 Personen wurden mit einem Schlag heimatlos.

Doch die Thai wären nicht die Thai, wenn sie es nicht geschafft hätten, die Zerstörungen gemeinsam zu beseitigen, ihre Verluste zu ehren und weiterzumachen. „Mai pen rai“ – das Leben geht weiter, ist das Motto der Thai, und sie leben es mit einem Lächeln. 

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