Phu Quoc ist die größte Insel in Vietnam, und sie ist nur 12 Kilometer vom kambodschanischen Festland entfernt. Phu Quoc ist eine Reise wert, denn noch ist sie nicht vom Massentourismus überrollt worden, sodass es noch unberührte Gegenden gibt. Strände gibt es rund um die Insel. Welche die schönsten sind und was es noch auf der Insel zu sehen und zu entdecken gibt - kommen Sie mit auf eine Reise rund um die Insel Phu Quoc!
Die Insel Phu Quoc im Porträt
Phu Quoc ist 48 Kilometer lang und zwischen 3 und 28 Kilometern breit. Die mit Regenwald bedeckten Erhebungen im Osten und Norden der Inseln gipfeln im Mont Chua mit einer Höhe von 603 Metern. Die an der Südwestküste Vietnams liegende Insel, die zu 70 Prozent bewaldet ist, ist nur rund 12 Kilometer vom kambodschanischen Festland entfernt. Auch bis zur kambodschanischen Insel Koh Se sind es gerade mal 4 Kilometer. Weiter weg sind die vietnamesischen Städte Ha Tien mit einer Entfernung von rund 40 Kilometern und Rach Gia mit rund 120 Kilometern, sodass Phu Quoc sehr viel näher an Kambodscha als am vietnamesischen Festland liegt. Zusammen mit dem kambodschanischen Kardamomgebirge bildet Phu Quoc eine Ökoregion. Weite Teile im Norden der Insel sind als Nationalpark geschützt, sodass hier auch seltene Pflanzen und Tiere beheimatet sind, zum Beispiel Adler, Echse, Affen, Wölfe, Nashornvögel und Gibbons. Im Nationalpark wachsen auch Vanille, Zimt, Orchideen und seltene Hölzer. Allerdings ist der Nationalpark für Besucher kaum zugänglich. Einer der Gründe ist auch die Präsenz des Militärs, das die Seegrenze zum nahe gelegenen Kambodscha überwacht.
Noch ist Phu Quoc touristisch nicht überlaufen und insoweit fast noch ein Geheimtipp für Vietnamreisende. In jüngster Vergangenheit steigen auch mit dem neuen Flughafen die Besucherzahlen auf Phu Quoc. Noch wird der Airport vorwiegend von vietnamesischen Inlandsflügen angesteuert. Doch es gibt gelegentliche Verbindungen nach Siem Reap in Kambodscha und nach Singapur, und auch die thailändische Hauptstadt Bangkok ist in Planung. Das wird zum einen steigende Touristenzahlen und wohl auch steigende Preise für Unterkünfte nach sich ziehen.
Die Geschichte von Phu Quoc
Erst Anfang des 17. Jahrhunderts wurde Phu Quoc von vietnamesischen und chinesischen Einwanderern besiedelt. Die Einwanderer lebten vom Fischfang und von den Seegurken, die sich aufgrund des seichten Wassers leicht einsammeln ließen. In der Zeit von 1782 bis 1786 spielte die Insel eine wichtige Rolle. Hier fand Fürst Nguyen mit seinen Truppen Zuflucht. Er wurde der spätere Kaiser Gia Long. 1869 drangen die Franzosen bis zu der Insel vor und begannen, Gummibaum- und Kokosplantagen anzulegen. Geschichte schrieb auch das Jahr 1919. Hier kommunizierte Ngo Van Chieu mit dem höchsten Wesen, was zur Gründung der Cao Dai Religion geführt haben soll. Ein trauriges Kapital in der Geschichte der Insel Phu Quoc wurde in den Jahren 1967 bis 1972 geschrieben, also während des Vietnamkriegs, der 1960 begann und 1975 endete. In dieser Zeit sperrte das Regime in Saigon rund 40.000 Kriegsgefangene und Kritiker in ein Gefängnis bei An Thoi.
Duong Dong - die quirlige Inselhauptstadt
Duong Dong ist die Inselhauptstadt, die sich als administratives und ökonomisches Zentrum an der mittleren Westküste der Insel befindet. Duong Dong bedeutet übersetzt "dichte Pappeln", von denen einige das Stadtbild zieren. Duong Dong ist eine lebhafte Kleinstadt mit rund 30.000 Einwohnern. Sehenswert ist der Markt, auf dem sich die Händler der näheren Umgebung versammeln, um Früchte, Fleisch und Fisch zu verkaufen. Außerdem werden besondere Produkte der Insel angeboten, unter anderem Pfeffer und Fischsauce. Auf dem Fluss liegen die Fischerboote, die nachts zum Fischfang aufs Meer fahren. Zwei Brücken queren den Fluss, von denen die Pontonbrücke bei Schiffsverkehr geöffnet wird. Wichtigstes Verkehrsmittel in der Stadt ist das Moped, von denen Hunderte unterwegs zu sein scheinen, während der Autoverkehr noch vergleichsweise gering ist.
Durch die Stadt führt eine Hauptverkehrsstraße, an der kleinere Geschäfte, eine Bank, ein Krankenhaus, zahlreiche Restaurants sowie kleine Hotels und Gästehäuser angesiedelt sind. Einheimische und Touristen lassen den Tag in einem der Straßencafés rund um den Hafen ausklingen.
Eine besondere Attraktion ist der Dinh Cau Cho Dem. Das ist ein Nachtmarkt, der zwischen 17 Uhr und 23 Uhr geöffnet ist und in einer Straße am Hafen stattfindet. Hier bieten Händler neben Souvenirs auch Schmuck und Kleidung an, während an anderen Ständen Fisch und Meeresfrüchte wie Tigergarnelen und Hummer zum Verzehr zubereitet werden. Auf einem Felsen an der Hafeneinfahrt liegt der Dinh Cau. Das ist ein kleiner Schrein, der in seiner heutigen Form im Jahr 1937 erbaut wurde. Gewidmet ist er Cau, dem Gott des Meeres, der Fischer und Seeleute vor den Gefahren des Meeres schützen soll. Nur wenige Kilometer von Duong Dong entfernt in südlicher Richtung, befinden sich zwei Quellen - Suoi Da Ban und Suoi Tranh. Mit ihren klaren Wasserstrudeln und Wasserbecken laden sie zum Baden und Picknicken ein.
Phu Quoc: Sonne, Strand und Meer
Sonne, Strand und Meer sind die Hauptgründe, weshalb Vietnamreisende auf die Insel Phu Quoc kommen. Hier gibt es malerische Strände mit feinstem Sand, die noch für die Öffentlichkeit zugänglich sind - hier ein Überblick:
Bai Truong Beach
Der am meisten besuchte und damit der populärste Strand ist der Bai Truong Beach an der Westküste von Phu Quoc. Er ist zwar sehr schmal, zeichnet sich jedoch durch eine Länge von 20 Kilometern und durch wunderbar weichen und hellgelben Sand aus. Das Meer ist flach abfallend, sodass nur eine seichte Brandung herrscht. Dank zahlreicher Kasuarinen und Palmen gibt es ausreichend Schatten spendende Plätze.
Bai Sao. Ganz im Süden der Insel lockt der Bai Sao. Dieser Strand ist breit und ist ebenfalls wunderbar weichen weißen Sand bedeckt. Aufgrund von Investorenaktivitäten und damit verbundenen Bautätigkeiten ist die weitere Entwicklung dieser Strände und ihre Öffnung für die Allgemeinheit ungewiss.
Ong Lang
Etwa 6 Kilometer nördlich von Duong Dong im Nordwesten der Insel befindet sich der schöne Ong Lang Strand, an dem sich wenige Hotelanlagen befinden. Bislang haben nur wenige Unterkünfte einen eigenen Strandbereich und befinden sich vorwiegend an felsigen Küstenabschnitten. Der Sand ist hellgelb und weich, wobei er an manchen Stellen sehr fein und weiß ist. Am Ong Lang fällt der Strand teilweise steil ins Meer ab, sodass Sie hier hervorragend schwimmen können. Die zahlreichen Kasuarinen spenden ausreichend Schatten, sodass auch die Mittagshitze am Strand zu ertragen ist.
Bai Vong
Im Osten von Phu Quoc gibt es den Bai Vong Strand, der nahe am Dorf Ham Ninh liegt. Der Bai Vong ist ein langer Küstenabschnitt, der flach ins Meer abfällt und dessen Sand sehr fein ist. Zum Schnorcheln ist die Ostküste wegen des flachen Wassers nicht geeignet. Interessanter sind die felsigen Abschnitte an der Westküste.
Cua Can Strand. Der Cua Can Strand im Norden von Phu Quoc ist noch nahezu unberührt. Allerdings sind auch hier Bautätigkeiten im Gange, sodass es nur eine Frage der Zeit ist, wann es mit dieser Idylle vorbei ist.
Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele auf der Insel Phu Quoc
Tranh-Wasserfall
Zu den Ausflugszielen gehört der Tranh-Wasserfall. Der Weg dorthin führt entlang eines kleinen Flusses, dessen Wasser durch ein felsiges Flussbett hüpft. Er entspringt in den Ham Ninh Bergen und hat eine Länge von rund 15 Kilometern. Die Tour zum Tranh-Wasserfall beginnt hinter einem großen Betontor, in dem sich ein Zoo aus Betontieren befindet. Bergauf geht es immer entlang des Flusslaufs, wobei unterwegs die Möglichkeit besteht, in kleinen Wasserbecken zu baden.
Fledermaus-Höhle. Auf einem Trampelpfad geht es in den Wald hinein. Nach etwa 30 Minuten erreichen Sie die Fledermaus-Höhle, die wegen ihrer schönen Stalagmiten und Stalaktiten bekannt ist. Um diese wunderbaren Formen und Gestalten besichtigen zu können, sollten Sie eine Taschenlampe mit sich führen.
Ban-Wasserfall
Einige Kilometer weiter in nördlicher Richtung befindet sich der Ban-Wasserfall. Er hat sich seinen Weg durch den Wald gebahnt. An der einen oder anderen Stelle sind sogar Stromschnellen, wobei der Ban-Wasserfall noch wenig erschlossen ist.
An Thoi. Ganz im Süden von Phu Quok befindet sich das kleine Städtchen An Thoi. Es ist auch deshalb einen Besuch wert, weil Touristen selten zu sehen sind. In An Thoi gibt es einen Markt, einige wenige Gästehäuser sowie lokale Restaurants. Es macht einfach Spaß, hier ein bisschen zu bummeln und mit den hier lebenden sehr freundlichen Menschen ins Gespräch zu kommen.
An Thoi Inseln. An der Südspitze von Phu Quok befinden sich 15 kleinere und größere Inseln, die mit Ausflugsbooten erreicht werden können. Sie sind vor allem bei denen beliebt, die gerne schnorcheln oder tauchen.
Nam Ninh
Das Dorf Ham Ninh liegt an der Ostküste, wo die Fähren vom vietnamesischen Festland anlegen. Die Bewohner leben hier vorwiegend vom Perlentauchen und vom Krabbenfang. Einige kleine Restaurants laden dazu ein, das Seafood zu probieren.
Mopedfahren auf der Insel. Es bietet sich an, sich mit dem Moped auf der Insel fortzubewegen, um verschiedene Strände oder Ortschaften zu besuchen. Nicht alle Straßen sind befestigt. Insbesondere im Norden und im Südwesten von Phu Quoc gibt es Schotterpisten, die eine gewisse Fahrpraxis erfordern, um sie befahren zu können. Wichtig für Touristen zu wissen ist, dass auf Phu Quoc Mopedfahrer bevorzugt nach ihrem Führerschein gefragt werden. Wer keinen internationalen Führerschein hat, in dem das Fahren eines Mopeds oder Motorrads eingetragen ist, muss mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen.


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