Fakten, Sicherheit und Verhaltenstipps für Urlauber
In Thailand bebte die Erde und die ganze Welt hielt den Atem an. Zahlreiche schockierende Bilder wurden in den Medien gezeigt. Vor allem bei Thailandurlaubern machte sich sofort ein mulmiges Gefühl breit: Ist es das richtige Land, um den Urlaub zu buchen, wenn gerade die Erde bebte? Dieser Artikel ist an jene gerichtet, die sich aufgrund der zahlreichen Medienberichte nicht sicher sind, was sie tun sollen.
Eines schon mal vorweg: Auch wenn die erschreckenden Bilder gerade durch die Welt gehen, Thailand ist grundsätzlich ein sicheres Land, wenn es um Erdbeben geht.
Die Richterskala bei Erdbeben
Die Stärke eines Erdbebens wird in der sogenannten Richterskala gemessen. Damit Sie im weiteren Artikel den Überblick behalten, stellen wir Ihnen kurz die wichtigsten Fakten zu den unterschiedlichen Stärken zusammen:
- Richterskala 4 bis 5: Leichtes Erdbeben. Gegenstände im Zimmer können sich bewegen. Sie können Erschütterungsgeräusche wahrnehmen. Schäden sind in den meisten Fällen unwahrscheinlich.
- Richterskala 5 bis 6: Moderates Erdbeben. Gebäude, die anfällig sind, können Schäden davontragen. Robuste Häuser und Gebäude tragen nur geringe oder gar keine Schäden davon.
- Richterskala 6 bis 7: Starkes Erdbeben. Bei Gebäuden, die bewohnt sind, kann es zu leichten Schäden oder Zerstörungen kommen je nach Baustil.
- Richterskala 7 bis 8: Großes Erdbeben. Großflächige Gebiete können von schweren Schäden betroffen sein.
Der Tsunami am 26.12.2004
Im Indischen Ozean, ausgelöst durch ein großes Erdbeben, kam es an jenem Tag zu einer der schlimmsten Naturkatastrophen in Südostasien. Mehr als 230.000 Menschenleben wurden gefordert und die Schäden waren verheerend. Auslöser für diese Naturkatastrophe war ein Erdbeben der Stärke 9,1, welches vor der indonesischen Insel Sumatra begann. Die gigantischen Flutwellen erreichten die Küsten und wiesen eine Höhe von bis zu 40 Metern auf.
Durch diese Naturkatastrophe wurden viele Hebel in Bewegung gesetzt. Warnsysteme für Tsunami wurden verbessert und es kam zu einer weltweiten Implementierung. Zudem wurde das Bewusstsein für Naturkatastrophen und das damit einhergehende Risikomanagement gestärkt.
Ein kleiner Einblick: Erdbeben in Deutschland und Österreich
Nicht nur in Thailand verschieben sich ab und zu mal die Erdplatten. Auch in Deutschland und Österreich schlägt die Richterskala immer wieder an:
- Deutschland: Seit 2001 gab es 21 Erdbeben, die mit einer Richterskala von 3,4 bis 5,4 gemessen wurden.
- Österreich: Seit 2000 gab es 17 Erdbeben, deren Durchschnitt etwa bei 4,5 auf der Richterskala lag.
Historie und aktuelle Ereignisse in Thailand
Thailand hatte seit 2004 immer wieder Schlagzeilen wegen Erdbeben. Ein starkes Erdbeben gab es am 5. Mai 2014 in Chiang Rai (Stärke 6,3). Das letzte Erdbeben am 28. März erschütterte nicht nur die Erde, sondern auch zahlreiche Betroffene. Dieses hatte allerdings sein Zentrum nicht in Thailand, sondern in Mandalay/Myanmar. In Thailand waren lediglich leichte Nachwehen zu spüren.
Chronik wichtiger Beben im südostasiatischen Raum:
- 26.12.2004: Das sogenannte Sumatra-Andamanen-Beben breitete sich vom Indischen Ozean aus und wurde mit einer Stärke von 9,1 als das stärkste Erdbeben bisher in dieser Region gemessen. Nach dem Beben folgte ein Tsunami, der auch Thailand traf. Die Schäden vor 21 Jahren waren verheerend. Seither setzt die thailändische Regierung allerdings darauf, dass ab 2007 alle Gebäude in Bangkok und den größeren Städten erdbebensicher gebaut werden.
- 12.09.2007: Das Erdbeben auf Sumatra zeigte 8,5 auf der Richterskala auf. Thailand bekam davon nichts zu spüren.
- 28.03.2008: Das Erdbeben wurde mit einer Stärke von 7,7 auf der Richterskala gemessen. Myanmar und Thailand waren davon betroffen. In Bangkok waren die Folgen spürbar. Es wurde kein Tsunami ausgelöst, da das Erdbeben an Land aufkam.
- 24.03.2011: In Myanmar gab es ein starkes Erdbeben mit der Stärke 6,8. Das Epizentrum war in Thailand, Laos und Myanmar. Allerdings waren die Schäden in Thailand gering.
- 16.04.2013: Auf der Insel Phuket gab es ein Erdbeben mit der Stärke 4,4. Gebäude trugen Schäden davon, es gab aber keine Verletzten.
- 05.05.2014: Das Epizentrum dieses Erdbebens lag rund 30 Kilometer von Chiang Rai entfernt. Damals gab es kaum Schäden zu berichten.
- 28.03.2020: Das stärkste Beben wies eine Stärke von 7,7 auf. Betroffen waren vor allem Myanmar und kleinere Teile von Thailand. Das Beben wurde auch in Bangkok gespürt, es gab aber keine größeren Schäden.
- 16.11.2021: Ein Erdbeben mit einer Stärke von 5,2 wurde in Laos gemessen.
- 12.09.2023: In Chiang Rai wurde ein Erdbeben mit der Stärke 4,1 gemessen.
- 03.04.2024: Mit einer Stärke von 7,4 wurde in Taiwan das stärkste Beben seit 25 Jahren gemessen.
Das Erdbeben am 28.03.2025
Mit einer Richterskala von 7,7 wird dieses Erdbeben zu den starken gerechnet. Allerdings wurde in den Medien eine kleine Verzerrung zutage gebracht. Das Epizentrum lag in Myanmar, wo es auch schwere Schäden und Tote gab. Es wird als das schwerste Beben in Myanmar seit 1930 beschrieben. Thailand selbst war zwar ebenfalls betroffen, allerdings gab es nur ein Gebäude, das zerstört wurde. Dieses Gebäude befand sich gerade in der Bauphase und war demnach nicht erdbebensicher. Überschwappende Pools sorgten ebenfalls für Unsicherheit und Panik. Zur Sicherheit vor Nachbeben wurden die Einwohner Bangkoks aus den Häusern evakuiert.
Zusätzlich machten schaurige Bilder ihren Weg um den Globus. Hier gilt es immer zu unterscheiden, ob die Bilder tatsächlich in Thailand oder in Myanmar entstanden sind. Neben dem Gebäudeschaden gab es Unterbrechungen der Strom- und Wasserversorgung, wie das bei stärkeren Erdbeben auf der ganzen Welt der Fall sein kann. In Myanmar, das als Epizentrum dieses Erdbebens gerechnet wurde, waren die Schäden weitaus verheerender. Zahlreiche Todesopfer wurden gezählt und die Schäden waren gravierend. Neben Thailand waren von dem Erdbeben auch Bangladesch, Indien und Kambodscha betroffen.
Ist Thailand erdbebensicher?
Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass Thailand erdbebensicher ist, da es sich nicht in einer der seismisch aktivsten Zonen befindet. Schwere Erdbeben sind möglich, aber selten. Seit 2007 wird zudem streng darauf geachtet, dass neue Gebäude in Bangkok und größeren Städten erdbebensicher gebaut werden.
Bisher lässt sich festhalten, dass Touristenregionen wie Koh Samui, Phuket und Khao Lak bisher kaum oder gar nicht von Erdbeben betroffen waren.
Verhalten im Hotel während eines Erdbebens
- Bewahren Sie auf jeden Fall die Ruhe. Panik kann gefährlicher sein als das Beben selbst.
- Meiden Sie Aufzüge.
- Halten Sie Abstand von Fenstern (Glasbruchgefahr).
- Meiden Sie schwere Möbelstücke, die umfallen könnten.
- Suchen Sie Schutz unter einem stabilen Tisch oder in einem Türrahmen.
- Folgen Sie den Anweisungen des Personals, die für solche Situationen geschult sind.
- Verlassen Sie das Gebäude erst, wenn die Umgebung sicher ist.
Fazit:
Sie wollen einen Urlaub in Thailand buchen, sind aber unsicher wegen der Berichte? Generell kann davon ausgegangen werden, dass Erdbeben in Thailand zwar vorkommen, aber in den meisten Fällen keine schwerwiegenden Folgen für Reisende haben. Viele Touristenregionen blieben bisher völlig unberührt.


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