Elephant Conservation Center in Lampang

Thailand bewahrt seine Elefanten vor dem Aussterben

Elephant Conservation Center in Lampang
Elephant Conservation Center in Lampang

Vorab: Elefanten im Königreich Thailand

Wohlgemerkt, bei den Elefanten in Thailand handelt es sich um den asiatischen Typ, welcher sich von seinem afrikanischen Artgenossen durch kleinere Ohren, geringerer Anzahl an Zehen und weniger stark ausgeprägte Stoßzähne unterscheidet. Weiße Elefanten gelten in allen buddhistischen Ländern, natürlich auch in Thailand, als heilige Tiere, obgleich es sie in schneeweiser Form nicht gibt und niemals gegeben hat. Wenn die Thais über einen weißen Elefanten (Chang Puak) sprechen, reden sie über einen Albino mit etwas hellerer Kolorierung als andere Tiere, weißen Augen und Zehennägeln. Charakteristisch sind zudem rosa Flecken an Stirn und Ohren. 

Schneeweiß erscheinen die Elefanten hingegen auf alten Flaggen des Königreichs Siam. Bis in die Gegenwart schmückt der dreiköpfige weiße Elefant Erawan das Wappen des Königs. Und bis in die Neuzeit ist der weiße Elefant stark in der thailändischen Mythologie verankert. Erawan war das Reittier des Gottes Indra, welcher einen Ruf als treuer Beschützer Buddhas hat. Daher ist der dreiköpfige Elefant bis heute elementarer Bestandteil des königlichen Wappens. 

Ebenso wichtig wie Erawan ist in der thailändischen Mythologie der Hindu-Gott Ganesha. Der wird meist als beleibter Mann mit bekröntem Elefantenkopf sowie mit lediglich einem Stoßzahn dargestellt, er gilt als Schutzherr von Kunst und Wissenschaft. Angesichts der tiefen Bedeutung des Elefanten für die Thais, könnten Sie jetzt einen umfassenden Bestand an Dickhäutern vermuten. Leider trifft die Annahme nicht zu, wie der nächste Abschnitt des Beitrags zeigt.

Thailands Bestand an Elefanten

Unbestätigte Berichte sprechen von 200.000 Elefanten, die es zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Königreich Siam gegeben haben soll. Warum in den 1970er Jahren nur noch 20.000 Exemplare gezählt wurden, ist vor allem auf die fortschreitende Abholzung des Regenwalds zurückzuführen. Der Dschungel als Lebensgrundlage gab die Unmengen an Grünfutter, die Elefanten täglich benötigen, immer her. Mit dem Verschwinden der Bäume geriet die Versorgung in ernste Gefahr.

 

Heute lauten sehr vorsichtige Schätzungen auf maximal 3.000 in Freiheit lebende Tiere, welche hauptsächlich in den Gebirgen der südlichen Provinzen sowie in den Bergregionen des thailändischen Nordens zu finden sind. Kriegselefanten gehören in die Vergangenheit und sind in der Gegenwart eher Arbeitselefanten. Sie fristeten ihr Leben bis zum Verbot bei der Abholzung des Regenwalds. In den 90er Jahren gab es etwa 5.000 Arbeitselefanten, die geschlagene Baumstämme aus dem Urwald zogen. Mittlerweile ist der Raubbau an der Natur bei Strafe verboten und die meisten Dickhäuter haben ihren Job verloren.

 

Optimistische Schätzungen zufolge hat sich der Gesamtbestand an Elefanten in Thailand bei 6.000 bis 8.000 Tieren eingependelt. Doch nimmt die thailändische Regierung die Gefahr des Aussterbens sehr ernst und hat unter anderem vor 18 Jahren den 13. März als nationalen Gedenktag für Elefanten etabliert. 

Warum gibt es immer wieder Elefanten im Ausnahmemodus?

Es vergeht kaum ein Jahr ohne Pressemeldungen zu Todesfällen bei Menschen, die während des Urlaubs mit Elefanten in Berührung kamen. Natürlich kommt angesichts der Häufigkeit derartiger Vorfälle bei vielen der Verdacht auf, dass die Dickhäuter gefährlich seien. Es handelt sich dabei jedoch nicht um Tiere in freier Wildbahn, die selbstverständlich Herde und Nachwuchs vor äußeren Gefahren schützen. Die Mehrheit der in tödliche Unfälle verwickelten Dickhäuter war vormals in der Dschungelrodung tätig und fristet nun ein extrem unbequemes Leben als Bettler oder Touristenattraktion.

 

Insbesondere Elefanten, die in thailändischen Großstädten mit ihren Mahouts auf Betteltour gehen, sind durch den Verkehr und die vielen Menschen extremem Stress ausgesetzt. Daher haben die Behörden Bangkok und andere Metropolen zu elefantenfreien Zonen erklärt und jegliche Bettelei mit den bedauernswerten Tieren untersagt.

 

Aber auch in Camps, die Touristen mit Urwaldexpeditionen auf Elefantenrücken anlocken, kommt es immer wieder zu Situationen, bei denen ansonsten friedliche Elefanten ausrasten und Schäden an Menschen und Sachwerten verursachen. Die äußeren Umstände, die Wetterlage oder die Tageslaune der Tiere werden von Dritten oft dafür verantwortlich gemacht, doch bei den meisten Zwischenfällen trägt der Mensch die Schuld selbst. Das müssen nicht immer zwangsläufig die Urlauber sein, auch ein wenig aufmerksamer Führer oder Eigentümer kann meist unbewusst Anlass für tödliche Unfälle sein.

 

Wer als Mahout einen männlichen Elefanten während des jährlichen Testosteronschubs als Reittier für Touristen einsetzt, spielt leichtfertig mit dem Leben seiner Kundschaft. Die dann hervortretende außergewöhnliche Aggressivität wird in Kombination mit dem Körpergewicht des Elefanten zur tödlichen Waffe. So geschehen im Januar 2016 auf der Ferieninsel Koh Samui. Ein 36 Jahre alter Brite nahm an einem Elefantentreck teil und wurde von einem Bullen in der Musht abgeworfen und mit den Füßen zu Tode gequetscht. Hätte der Mahout einige Tage auf das Arbeitseinkommen seines Tieres verzichten können, wäre der Tod eines Touristen zu vermeiden.

Thailands Elefanten
Thailands Elefanten

Das Thai Elephant Conservation Center in Lampang

Seit dem Raubbau an Thailands Regenwald in den 70er und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts haben Elefanten in Thailand kaum noch eine vernünftige Lebensgrundlage. Sie kamen zwar zu Beginn als Arbeitstiere im unwegsamen Dschungel zum Einsatz, doch wurden sie dort von den modernen Maschinen der heimischen Holzindustrie zunehmend ersetzt. Das landesweit geltende Abholzverbot der Regierung raubte den letzten Dickhäutern samt ihren Mahouts die Zukunftsaussichten. Nicht wenige Elefantenführer verkauften ihre Tiere an Zoos im benachbarten Ausland. Einige blieben ihren Elefanten treu und versuchten in der Tourismusbranche mit ihnen zu überleben. Das ist nicht einfach, denn ein Dickhäuter kostet im Unterhalt pro Monat gut 500 Dollar, die im Geschäft mit Urlaubern vor allem in der Regenzeit schwer zu verdienen sind.

 

Um den vom Aussterben bedrohten Tieren neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen, wurde 1992 das Thai Elephant Conservation Center TECC gegründet. Es befindet sich, von Süden kommend, 28 Kilometer hinter Lampang am Highway nach Chiang Mai in der Nähe des Thung Kwian Villages. Die offizielle Einweihung der staatlich geförderten Einrichtung wurde von Prinzessin Sirindhorn vorgenommen.

 

Das in einem Talkessel gelegene Center umfasst gegenwärtig ein weitgehend waldbedecktes Areal von knapp 400 Rai (ein Rai entspricht 1.600 Quadratmetern). Zum Gelände gehören des Weiteren ein großflächiger See sowie ein Sektor für Training und Vorführung. Hier werden Mahouts zusammen mit ihren Jungtieren auf die zukünftigen Arbeitseinsätze behutsam vorbereitet. Die Elefantenführer leben dort permanent mit ihren Tieren. Ausreichendes Angebot an Futter wird durch Anbauflächen für Zuckerrohr und Gras sichergestellt, um die medizinische Versorgung kümmert sich ein umfassend ausgestattetes Hospital. Das Center zählt zu den Bekanntesten seiner Art in Thailand und zieht natürlich auch Touristen an. Denen bieten einige Verkaufsstände neben dem bekannten Elefantenpapier auch Bilder, Holzarbeiten sowie Souvenirs mit Elefantenmotiv an.

 

Das Thai Elephant Conservation Center sieht die Hauptaufgabe der Gegenwart im Schutz der Elefanten und will gleichzeitig die Tradition des einstigen Arbeitselefanten bewahren. Touristische Vorführungen sind dabei für Tier und Mahout unverzichtbar, daher bildet das Center die Elefantenführer besonders sorgfältig aus. Mittlerweile sind zum Elefantenspital zwei moderne mobile Kliniken hinzugekommen. Das Hospital kümmert sich nicht mehr nur um Krankheiten, sondern unterstützt die Dickhäuter in ihrer Kreativität beim Bildermalen oder Musizieren.

 

Die Elefanten beginnen im Alter von drei oder vier Jahren eine fünfjährige Ausbildung zusammen mit ihren Führern. Zunächst lernt jeder Jungelefant absoluten Gehorsam gegenüber seinem Mahout und im weiteren Verlauf das Arbeiten in einer Gruppe von mehreren Elefanten. Wir haben über die Details der Lehrzeit bereits in einem separaten Beitrag ausführlich berichtet und diese im Zusammenhang mit einer von uns veranstalteten Thailand-Tour hier erklärt:
Ausbildung zum Mahout im Lampang Elephant Conservation Center.

 

Aktuell befinden sich etwa 50 Elefanten in der Ausbildung, welche in der Trockenzeit intensiv betrieben wird und in der Regenzeit ruht. Der Besuch des Elefantencenters in Lampang ist für Sie ein sehr aufschlussreiches Erlebnis, das neben einer Fülle an Informationen auch einen gewissen Unterhaltungswert offeriert. Sie können beispielsweise in den Morgenstunden den Elefanten beim gemeinsamen Bad mit ihren Mahouts zuschauen und wenig später die Erfolge der Ausbildung bei speziellen Vorführungen erleben. Beobachten Sie Elefanten als Modern-Art-Künstler oder lauschen Sie den eigenartigen Klängen der "Elefantenmusik". Während aller Aktionen erklären Ihnen Mitarbeiter, was die Mahouts und ihre Tiere gerade an Kunststücken vollbringen. Nach Beendigung jeder Vorführung können Sie die Dickhäuter mit kostengünstig erstandenen Bananen belohnen.

Werden Sie selbst zum Mahout

Das Thai Elephant Conservation Center bietet Ausländern auch die Ausbildung zum Elefantenführer an, wobei Sie die Wahl zwischen einem eintägigen oder dreitägigen Kurs haben. Beide Optionen umfassen das komplette Aufgabenspektrum eines Elefantenführers und bestehen aus Baden des betreuten Tieres, das Erlernen der wichtigsten Kommandos und enden mit einem Ritt durch das bewaldete Areal. Am Schluss wird die Teilnahme am Kurzlehrgang mit einem Zertifikat bestätigt.

Was ist ein Mahout? Lesen Sie hier: Mahouts und ihre Elefanten

Elefantenreiten in Thailand - ein kontrovers diskutiertes Urlaubsvergnügen

Wir haben Ihnen zu diesem Thema einen interessanten Beitrag zur Information anzubieten, der sich kritisch mit der Realität auseinandersetzt: Die Tierwelt in Thailand und der Tourismus. Wir führen die dargelegte Haltung an dieser Stelle nicht weiter aus, sondern zeigen Ihnen aus unserer Sicht vertretbare Alternativen zum Elefantenreiten auf.

Elefanten haben, wie jedes andere Tier auf diesem Planeten, einen unbestrittenen Anspruch auf artgerechte Lebensbedingungen. Der oben erwähnte Artikel weist in diesem Kontext am Schluss auf Elefantencamps hin, deren Besuch sich in jeder Hinsicht wirklich lohnt. 

Elefanten in Thailand mit neuen Zukunftsperspektiven

In der Elefantenschule von Lampang wird eine sehr außergewöhnliche Methode zur Papierherstellung praktiziert. Es mag zunächst fragwürdig klingen, dass sich aus Elefantendung geruchsloses und sauberes Papier herstellen lässt, doch es funktioniert. Jeder Dickhäuter scheidet davon pro Tag etwa 50 Kilogramm aus und schafft damit die Grundlage für 200 Blatt Papier.

Bei einem Preis von 20 Baht für ein Blatt mit DIN A4-Format sorgt Elefantendung zunehmend für den Unterhalt des Centers, mittlerweile wurde die Produktion auf Briefumschläge und Bilderrahmen ausgeweitet. Sie können mit einem Besuch des Thai Elephant Conservation Centers bei Lampang dazu beitragen, dass sich die Lebensbedingungen der exotischen Tiere weiter verbessern.

Übrigens müssen in Thailand nicht nur Elefanten vor dem Aussterben bewahrt werden, dem Tiger, der einstmals unangefochtene Herrscher des asiatischen Regenwalds, steht das gleiche Schicksal bevor. Mit dem einzigen Unterschied, dass er als Raubtier gefürchtet und seine Art daher bereits auf Minimum reduziert worden ist.

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