Muay Thai

Thaiboxen - der Nationalsport der Thailänder mit Vergangenheit

Muay Thai - Thaiboxen
Muay Thai - Thaiboxen

In unseren Breitengraden kennt man den beliebten thailändischen Volkssport unter dem Namen „Thai-Boxen“, für die Thailänder selbst ist es die hohe Kunst des Muay Thai. Schon seit dem Mittelalter ist Muay Thai ein wichtiger Teil der Gesellschaft: damals noch als Kampftechnik im Krieg, von denen es zu den turbulenten Zeiten damals mehr als genug gab. Heute sind die Turniere richtige Events und die Kämpfer gefeierte Helden – und man kann sich sicher sein, dass fast jeder Thai, den man im Urlaub trifft, die Grundzüge dieser Kampftechnik schon als Kleinkind ausprobiert hat.

Die jahrhundertealte Kampfsporttechnik wurde ursprünglich dort angewandt, wo Waffen wie Speere oder Bögen nichts mehr nutzten: im Nahkampf. So wurden die Hände zum Schwert, die Arme zum Schild und die Beine zur Axt, wie es ein thailändischer Poet einst formulierte. 

Die Geschichte des Muay Thai

Die genauen Ursprünge des Thai-Boxens liegen auch heute noch im Dunkeln, doch es wird generell angenommen, dass diese Kampftechnik von Immigranten aus dem südlichen China nach Thailand gebracht wurde. Sie wurden oft in Kämpfe um Reviere und Gebiete verstrickt und mussten einen Weg finden, sich auch ohne Waffen effektiv verteidigen zu können.

 

Im Jahr 1560 nahm König Nareusan die Kampfsporttechnik offiziell in die Militärausbildung auf. Der Legende nach wurde er bei einem der zahlreichen Gefechte zwischen den Burmesen und Siam gefangen genommen. Doch die Burmesen kannten seinen Ruf als bester unbewaffneter Kämpfer und boten ihm einen Deal an: Er sollte gegen ihren erfahrensten Kämpfer antreten und würde er gewinnen, wäre er frei.

Bei seiner Rückkehr nach Siam wurde er vom Volk frenetisch gefeiert und kurz darauf wurde Muay Thai als Nationalsport anerkannt.

Während der Ayutthaya-Periode hatte sich das Thai-Boxen weit verbreitet und in fast jeder größeren Stadt fanden Turniere statt, um die Besten zu krönen. Es heißt, damals habe auch König Phrachao Suea die Kämpfe geliebt (sein Beiname war aufgrund seiner Blutrünstigkeit „der Tigerkönig“) und dass er sich immer wieder getarnt in die Turniere zu schmuggeln wusste.

 

Während Muay Thai früher noch um einiges brutaler war, wurde es im Verlauf der Jahre immer weiter zu einer ausgefeilten Sportart entwickelt. So war es früher durchaus Usus, sich in die Bandagen, die um die Hände gewickelt werden, Glasscherben zu platzieren, um so den Gegner nachhaltig zu verletzen oder sich auch mal herzhaft in die männlichen Weichteile zu treten.

Es war König Rama der V., der die Bedeutung des Volkssports begriff und ihn umfassend förderte. Von 1880 bis 1900 ließe er zahlreiche Box-Center erbauen und Turniere organisieren. So soll er sich auch oftmals seine Leibgarde aus erfolgreichen Kämpfern zusammengestellt haben.

Häufig waren die Kämpfer der besten „Royal Muay Thai Center“ eingeladen, um bei hohen Feiertagen und anderen Festen ihre Künste zu präsentieren – sie waren die Michael Jordans von damals. 

Muay Thai  - Kampfsport
Muay Thai - Kampfsport in Thailand

In den letzten 100 Jahren gab es zwei signifikante Weiterentwicklungen im Muay Thai: Zum einen erlangte die Sportart im Zweiten Weltkrieg plötzlich weltweite Beachtung, nachdem europäische und amerikanische Soldaten sichtlich beeindruckt von den Kampftechniken der Thai waren. Und zum anderen, und das ist wahrscheinlich noch viel wichtiger, wurde ein festes Regelwerk geschaffen.

Ab den 1920er Jahren wechselte man von Kämpfen auf dem Marktplatz zu befestigten Ringen und auch die Hanfbandagen, die nicht selten mit schlagverstärkenden Gegenständen gespickt waren, wurden durch sicherere Handschuhe ausgetauscht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte man ein festes Regelwerk, welches Muay Thai Kämpfe in 5 Runden aufteilte, die zeitlich (je nach Gewichtsklasse verschieden) begrenzt waren. Zudem wurden Kopfstöße, Nachschlagen und Tritttechniken gegen den Hinterkopf und in die Weichteile verboten.

Zu dieser Zeit wurden auch riesige Stadien in Bangkok, Chiang Mai und Sukhothai erbaut, wobei ein Sieg in Bangkoks Lumpini Stadium als das ultimative Ziel eines jeden Muay Thai-Boxers gilt.

Mittlerweile ist das Thai-Boxen auch weltweit von seinem etwas rüden Image abgerückt und hat es tatsächlich geschafft, als neue olympische Disziplin aufgenommen zu werden – ein Garant für Goldmedaillen in das Königreich. 

Das Leben eines Muay Thai-Boxers

Auch wenn thailändische Muay Thai-Boxer als große Helden gefeiert werden, ihr Leben ist hart und karg. Denn solange die Kämpfer es nicht schaffen, sich einen lukrativen Werbe-Deal an Land zu ziehen (und das ist ziemlich schwer), führen sie eher ein bescheidenes Leben. Selbst erfahrene Kämpfer bekommen oftmals nur 4.000 – 6.000 Baht pro Kampf (ca. 100$) und das nur alle 3 – 4 Wochen.

 

Dafür erwartet die Kämpfer ein nicht eben unbeschwertes Leben: Sie fangen oftmals schon mit 6 Jahren an zu trainieren und das gleich mehrere Stunden pro Tag – an sieben Tagen die Woche. Ihren ersten Kampf haben die jungen Kämpfer dann mit 8 – 10 Jahren und bis in ihre Zwanziger haben die Kids meist schon über 120 bis 150 Kämpfe auf dem Buckel. Damit ist die Karriere fast schon vorbei. Es gibt nur wenige Kämpfer, die nach ihrem 30. Geburtstag noch aktiv kämpfen und viele übernehmen im späteren Verlauf ihrer Karriere dann Trainer-Aufgaben.

Thailand Boxen
Thai-Boxen

Der Boxstall, in dem ein Kämpfer „groß“ wird, ist für ihn wie eine Familie. Die Kinder bleiben oft, wie in einem Internat, über längere Zeiträume im Box-Center und fahren nur zu Besuchen nach Hause zurück. Im Gegenzug übernimmt der Boxstall nicht nur die kämpferische Ausbildung, sondern auch die Schulische.

 

Die Muay Thai geben sich selbst meist einen Spitznamen, den sie mit dem Namen ihres Box-Centers kombinieren. Einer der bekanntesten Kämpfer ist zum Beispiel Sombat Banchamek, der früher unter dem Namen Buakaw Por Pramuk (Por Pramuk war sein Boxstall) antrat und der nun, nach seinem eigenen Center benannt, als Buakaw Banchamek kämpft. 

Im Thailand Urlaub einen Muay Thai Kampf besuchen

Gerade, wenn man sich für Kampfsport interessiert, sollte man sich einen Muay Thai Kampf in Thailand auf keinen Fall entgehen lassen. Meistens reicht sogar schon der Druck aufs Knöpfchen am Fernseher, denn irgendein Kanal bringt garantiert einen Kampf. Doch natürlich ist die Atmosphäre bei einem Live-Kampf etwas ganz anderes.

Stadien gibt es in jeder größeren Stadt und Kämpfe finden auch fast täglich statt. Gerade Bangkok wartet mit einer Vielzahl an Kampfarenen aus, von denen das Lumpini Stadium wohl das Bekannteste (und dementsprechend auch teuerste) ist. Hier kostet der Eintritt 200 – 2.000 Baht, wobei man bei der teuersten Kategorie direkt am Ring sitzt. Will man bei einem großen Turnier zusehen, sollte man sich seine Tickets schon im Voraus besorgen, denn diese sind meist innerhalb weniger Tage ausgebucht. Die Atmosphäre ist laut, hektisch und einfach typisch Thai.

Zudem sollte man darauf achten, ob es sich beim Stadium um eine traditionelle Arena handelt, wo auch Thai die Kämpfe verfolgen oder doch ein eher eine touristisch angehauchte Veranstaltung ausgerichtet wird. Hier sind die Kämpfe meist ein wenig mehr auf Show ausgerichtet – und auch nicht immer unbedingt authentisch. Hier gilt: Muay Thai für Touristen auch mal wird zum Sports Entertainment, zu einer Art gescriptetem Wrestling mit vorgegebenen Kampfabläufen.

Thai Boxing
Thai Boxing

Dort, wo Kämpfe stattfinden, fließt auch meistens der Alkohol in Strömen. Es ist durchaus üblich, dass rund um die Kampfstadien zahlreiche Bars und Kneipen ihre Türen öffnen und auch Snacks gibt es im Übermaß.

Manche Kämpfe kann man sich umsonst ansehen. Bei diesen ist es dann zumeist üblich, dass man den Kämpfern nach dem Fight ein kleines Trinkgeld (20 Baht sind vollkommen ausreichend) zukommen lässt. Andere Stadien wiederum verlangen einen Eintritt von bis zu 500 Baht - dann hat man allerdings auch ziemlich freie Sicht auf die kämpfenden Jungs im Ring.

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