Die Death Railway über die Brücke am Kwai

Beliebte Sehenswürdigkeit in Kanchanaburi: Die River Kwai Bridge und die Todeseisenbahn

Die Brücke am Kwai ist für jeden ein Begriff, der sich mit Filmen oder Geschichte auskennt. Kein anderes Bauwerk symbolisiert so sehr das Grauen des Zweiten Weltkriegs im asiatischen Raum. Gerade die ältere Generation, die den Hollywoodstreifen aus dem Jahr 1957 genießen durfte, bei dem William Holden und Alex Guinness die Hauptrollen besetzten, verbindet diesen Film mit der Brücke am Kwai. Beim Bau der Strecke von Burma nach Thailand durch die Japaner verloren Tausende Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene ihr Leben. Doch wie die Welt sich ändert, ist gerade an dieser Brücke zu erkennen, denn heute gilt die "Deathrailway" und die Brücke am Kwai in der Nähe von Kanchanaburi als eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten im westlichen Zentralthailand.

Die Death Railway über die Brücke am River Kwai.
Die Death Railway über die Brücke am River Kwai.

Die Geschichte der Todeseisenbahn

Nach dem Angriff auf Pearl Harbor und die Eroberung von Burma, Malaysia und Singapur durch die Japaner brauchten diese eine Ausweichstrecke, um die immer noch gefährliche Meerstrecke über Malacca zu umgehen. Außerdem planten die Japaner einen Angriff auf Indien und mussten den Nachschub an Waffen und Materialien für ihre Truppen sicherstellen. Bei der Eroberung Singapurs war den Japanern zahlreiches Gleismaterial und Schwellen in die Hände gefallen, welches die Pläne eine Strecke zwischen Burma und Thailand zu bauen, erheblich erleichtert hat. Ohne diese Kriegsbeute wäre es damals wahrscheinlich schwerer gewesen, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Im Jahr 1942 begann der Bau der Strecke, die über circa 415 km von Thanbyuzayat im heutigen Myanmar bis zur Nong Pla Duk Junction im Distrikt Ban Pong in Thailand führte. Von den 263 km, die durch Thailand führten, sind heute nur noch 131 km von der thailändischen Staatseisenbahn betrieben, der Rest wurde von 1945 bis 1950 nach und nach abgebaut. Die Eisenbahnstrecke wurde nur knapp ein Jahr nach Beginn der Bauarbeiten im Jahre 1943 fertiggestellt. Und daran lässt sich ungefähr ermessen, in welcher Eile man damals war. Menschenleben zählten bei der Erstellung sehr, sehr wenig.

Doch wie war es möglich, dieses Projekt in so kurzer Zeit zu realisieren? Um ein solches Projekt in einer solch kurzen Zeitspanne stemmen zu können, setzten die Japaner zahlreiche Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene ein. Die knapp 60.000 Kriegsgefangenen, auch "POW"s (Prisoner of War) genannt, kamen aus Australien, Großbritannien und den Niederlanden. Zusätzlich dazu wurden auch noch 270.000 asiatische Zwangsarbeiter eingesetzt. Die Bedingungen, unter denen die Arbeiter arbeiten mussten und wie sie zur Arbeit angetrieben wurden, waren grausam und absolut menschenunwürdig. Tropenkrankheiten, Überarbeitung und Schikane durch die japanischen Vorarbeiter kosteten während der Bauarbeiten das Leben von rund 97.000 asiatischen Zwangsarbeitern und circa 14.000 POWs.

Die Geschichte der Brücke am Kwai

Im Zuge der Bauarbeiten für die Strecke zwischen Burma (dem heutigen Myanmar) und Thailand musste der Fluss Khwae Yai, besser bekannt als River Kwai, überquert werden, was sich als überaus problematisch herausstellte. Es mussten zwei parallele Brücken gebaut werden und die erste Brücke war dabei ein Konstrukt, welches behelfsmäßig aus Holz erbaut und zur reinen Versorgung genutzt wurde. Die zweite Brücke wurde aus Stahl und Beton gefertigt - und sie ist es auch, die heute noch den Kwai überspannt. Die andere Brücke wurde schon vor langer Zeit zerstört.

Die Brücke wurde innerhalb von knapp 9 Monaten errichtet - und das wie bereits erwähnt unter dem fürchterlichem Verlust Hunderter Menschenleben. Im Jahr 1944 wurde die Brücke am Kwai schließlich von den Alliierten zerbombt, wobei drei Abschnitte der Brücke zerstört wurden. Die zerstörten Teile kann man heute noch im Kriegsmuseum besichtigen. Die Brücke hingegen wurde wieder instand gesetzt und wird noch heute genutzt.

Eine Fahrt mit der Todeseisenbahn

Heute wird die Death Railway hauptsächlich von Touristen genutzt. Man kann sowohl von Bangkok als auch von Kanchanaburi aus den Zug besteigen und die Strecke befahren. Im Jahr 2003 wurde die Strecke um 1,3 km verlängert und endet nun in Nam Tok Sai Yok Noi (in den Fahrplänen nur Nam Tok genannt). Von hier aus hat man einen guten Zugang zu der anderen großen Attraktion der Region, dem berühmten Erawan-Wasserfall im gleichnamigen Nationalpark - Erawan Nationalpark.

Als beeindruckender Fahrtabschnitt gilt übrigens das Holzviadukt bei Wang Po, wo sich der Zug vorsichtig und sehr langsam entlang einer steilen Felswand schlängeln muss.

Die Züge an sich sind einfach gehalten und klassenlos. Man sitzt auf Hartschalen-Sitzen und kann im Zug Snacks wie süßen Klebreis und Getränke bereits für "kleines Geld" erwerben. Ein Führer erzählt in englischer Sprache etwas zur Geschichte und zur Landschaft. Die Fahrt von Kanchanaburi aus geht über knapp 70 km und ist dabei für europäische Verhältnisse relativ günstig: Knapp 3 Euro kostet eine Fahrt.

Fahrt mit der Todeseisenbahn
Fahrt mit der Todeseisenbahn

Ein Besuch der Brücke am Kwai

Wer nicht mit dem Zug fahren, sondern sich einen längeren Eindruck von der Brücke am Kwai machen möchte - oder viele, viele Bilder schießen will - kann dies natürlich ebenfalls tun. Von Kanchanaburi aus fahren tägliche Touren, die Besucher direkt an die Brücke bringen. Aufgrund der Zerstörungen durch die Alliierten und den dementsprechenden Erneuerungen ist die Brücke an sich allerdings kein besonders beeindruckender Anblick mehr. Wer sich jedoch einen tieferen Einblick in die Umstände verschaffen möchte, unter denen die Kriegsgefangenen und die Zwangsarbeiter damals leben und arbeiten mussten, kann dies im nahegelegenen JEATH War Museum tun.

In diesem Gebäude aus Bambus, welches den Lagern der Gefangenen nachempfunden ist, finden sich zahlreiche Relikte aus dieser dunklen Zeit - unter anderem auch Teile der Bomben, die für die Zerstörung der Brücke mutmaßlich verantwortlich waren. Auch der Kanchanaburi War Cemetry, der zwischen der Brücke und dem Stadtzentrum von Kanchanaburi liegt, ist einen Besuch wert. Hier ist für fast 7.000 POWs die letzte Ruhestätte.

Entlang des Ufers finden sich zahlreiche Restaurants auf Flößen, Garküchen, Disco-Schiffe und unzählige Souvenirstände. Man kann gemütlich über die Brücke spazieren oder sich in einer der Nischen fotografieren lassen - was übrigens ein äußerst beliebtes Motiv bei Touristen ist.

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