Sukhothai

Sukhothai - Die Morgenröte der Glückseligkeit

Sukhothai liegt im Norden Thailands, ungefähr 440 Kilometer nördlich von Bangkok. Die hügelige Landschaft wird aufgrund der idealen Bewässerungsmöglichkeiten durch den Fluss Yom als Reisanbaugebiet genutzt und verschafft dem Gebiet ein gesichertes Einkommen. Sukhothai besteht aus zwei Teilen, Neu-Sukhothai und Alt-Sukhothai, welche ca. elf Kilometer voneinander getrennt liegen und sich signifikant voneinander unterscheiden. Bei einer Reise nach Sukhothai wandeln Sie nicht nur auf den Spuren der Thai, sondern auch der Khmer - eine Abenteuerreise in die exotische Vergangenheit!

Auf den Spuren der Khmer

Das Gebiet um Sukhothai war ursprünglich eine Khmer-Siedlung, aber Mitte des 13. Jahrhunderts eroberten aus dem Norden eingewanderte Thais das Gebiet und ließen sich hier nieder. Vor Ayutthayas Hochzeiten war es Sukhothai, welches das Zentrum der Kultur, Religion und Macht darstellte. Auch heute noch finden sich Ausgrabungen der sakralen Bauten und Tempel dieser imposanten Stadt. Dabei sind aber nicht alle von den Thai neu gebaut worden: Viele der Bauten sind buddhistisch "überarbeitete" Khmer-Tempel.

Sukhothai eignet sich aufgrund seiner Geschichte und Schätze hervorragend als Zwischenstopp bei einer Rundreise durch Thailand, wenn Sie auch die Schönheit des ursprünglichen und vor allem landschaftlich einzigartigen Nordens erkunden und genießen möchten.

Alt-Sukhothai in seiner vollen Pracht

Während Neu-Sukhothai vornehmlich aus Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten besteht, erwartet Sie in Alt-Sukhothai - auch besser bekannt als der historische Park Sukhothai - ein weitläufiges Gelände, auf welchem sich buddhistische Tempel, hinduistische Schreine und architektonische Meisterleistungen aneinanderreihen. Der historische Park wurde nicht umsonst von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt! Steinerne Buddhastatuen auf Ruinen, Zierteiche zum Entspannen, 4 Schreine und 16 Tempel machen Alt-Sukhothai zu etwas ganz besonderem und Ihren Aufenthalt hier unvergesslich!

 

Bevor Sie sich aufmachen, um das weitläufige Gelände zu erkunden, bietet sich ein Besuch in dem Ramkhamhaeng National Museum an, in welchem Sie sich nicht nur über die Geschichte, sondern auch über die Position der verschiedenen Bauten informieren können. Zudem finden sich hier einige bedeutende Statuen, wie zum Beispiel der "schreitende Buddha".

Auch die königliche Residenz sollten Sie unbedingt aufsuchen. Von einem Wassergraben umgeben bietet sie schon aus einiger Entfernung ein imposantes Bild. Aber auch das Wat Phra Phai Luang sollten Sie sich nicht entgehen lassen - hier war zu Zeiten der Khmer das Zentrum des Reiches. 

In der Tat muss Sukhothai ein paradiesischer Ort nicht nur für die Mächtigen gewesen sein. In seiner Steininschrift ließ König Ramkhamhaeng vermerken:

"Diese Stadt - Sukhothai - ist eine gute Stadt. Es gibt Fische im Wasser und Reis auf den Feldern. Der König legt denen keine Steuern auf, die mit ihren Ochsen und Pferden zum Markt ziehen. Wer mit Elefanten handeln will, tut es. Wer mit Pferden handeln will, tut es. Wer mit Silber oder Gold handeln will, tut es."

Großer Baum in Sukhothai
Im Sukhothai kann man auch wunderbar entspannen und wie Buddha unter einem Baum "kreativ" werden. :))

Sukhothai Historical Park - (Geschichtspark von Sukhothai)

Archäologische Funde in bedeutendem Umfange, verhalfen den Geschichtsforschern zu Einblicken und Eindrücken in die Gründungsphase der ersten Thai Nation. Das Mittelalter bescherte dem Land eine Blütezeit und ein Abstreifen der Unterjochung durch militärisch überlegene Nachbarn. Allen voran waren es die Angkorianischen Imperatoren, welche in den Jahrhunderten davor die Völkerstämme und Urahnen der heutigen Thais unterdrückten, besetzten und versklavten. Zwischen den gigantischen Machtblöcken rundherum, konnte davor keine wirkliche Zivilisation im heutigen Thailand entstehen. Mit Angkor Wat, dem Machtzentrum der Khmer Vorfahren (heutiges Kambodscha), gab es im Osten eine herausragende Zivilisation mit eindrucksvollen Streitkräften, sehr produktiven Schulungszentren und recht mächtigen Herrschern. Nicht weniger weit entwickelte sich das Bagan Imperium (im heutigen Burma) in den Epochen davor. Zu allem Überfluss sorgten aus dem Norden kommend, die kriegerischen Mongolenhorden der Khans für weitere Bedrohungen und Scharmützel. Währenddessen lieferten sich frühislamische Krieger, Tamilen und die Vorfahren der Malays erbitterte Kriege um die Territorien auf der Malayischen Halbinsel im Süden.

Die Gründung des ersten Königreiches von Siam (Thailand)

In dieser unruhigen Phase gründete der König Sri Indraditya im Jahre 1238 das erste Thai Königreich nach traditioneller Überlieferung, nachdem er früher verfeindete Volksstämme miteinander verbündete und die hier herrschenden Khmers aus der Gegend drängte. Sakrale Bauten, wie der Wat Si Sawai, entstammten noch aus der Zeit der Khmer Besetzer im 12. Jahrhundert. Das Sukhothai Königreich profitierte stark vom periodischen Schwächeln und späteren Untergang der Nachbarzivilisationen. Es konnte seinen Machtbereich in der Folge immens vergrößern. Sukhothai selbst wurde zu einer Festungsstadt mit Schutzmauer und die Hauptstadt des 1. thailändischen Königreiches. Zu wirklicher Blüte verhalf dann der dritte König dieser Dynastie, der König Ramkhamhaeng, den Thais während seiner Amtsperiode (von 1277 bis 1327 A.D.). Er verwendete das ihm bekannte Khmer Alphabet und kreierte daraus die Thai Schriftsprache (1283 A.D.). Zahlreiche Kriegszüge des Königs mit seinem Streitheer im Osten, Westen und Süden, endeten in reicher Kriegsbeute und vergrößerten den Einflussbereich. Der beginnende Wohlstand schlug sich unter anderem auch in üppig dekorierten Sakralbauten in der Hauptstadt nieder. Die Fragmente und Ruinen dieser Epoche sind heutzutage im Historical Park Sukhothai zu besichtigen. Ramkhamhaeng brachte auch Chinesen als Lehrmeister nach Sukhothai, von diesen erlernte die Thais unter anderem die Künste des Webens und der Töpferei. Dem König von China untertänig verbündet, war Thailand von dort ohne Bedrohung. Die Künste und Wissenschaften konnten sich entwickeln, aber die kreative Phase dauerte nur kurz an. Nach Ramkhamhaeng war noch der König Li Thai (von 1347 bis 1370 A.D.) von Bedeutung. Sukhothai verlor aber weiterhin graduell an Bedeutung und Einfluss, bis hin zur Angliederung an das mächtig aufstrebende Reich Ayutthayas (unterworfen 1378, assimiliert 1437 A.D.).

Wat Si Chum - Big Buddha in Sukhothai
Wat Si Chum - Big Buddha in Sukhothai

Wie sich Sukhothai heute präsentiert

Die kurze Blütezeit vor ungefähr 700 Jahren währte also nur wenige Generationen in historischen Maßstäben. Dennoch führte diese zu einer bemerkenswerten Fülle zeitgenössischer Bauwerke auf engem Raum. Sehr gut an einem Schönwettertag zu Fuß oder per Mietfahrrad (gibt es vor Ort in New Sukhothai) erkundbar, bietet sich dem Besucher das beeindruckende Überbleibsel einer Dynastie der frühesten Thaikönige. Leider waren alle Bauwerke dem aggressiven Tropenklima ungeschützt ausgesetzt und sind daher heute nur noch die stummen Zeugen von damals. Von der UN zum Weltkulturerbe erhoben, ist der Historical Park Sukhothai heutzutage der Gegenstand vieler Forschungen im Bereich asiatischer Völkerkunde und erlebt erstmals eine sachgerechte Pflege und Aufarbeitung durch die Historiker und die Medien. Touristen sind hier gerne gesehen und deren Augen bietet sich wirklich viel. Vergessen Sie bitte nicht die Kamera und bringen Sie unbedingt etwas Zeit mit.

Innerhalb der ehemaligen Stadtmauern ist der Wat Mahāthāt das geographische Zentrum der Anlage. Um diese Tempelruine herum gruppieren sich das mit archäologischen Funden der Region bestückte Ramkhamhaeng Nationalmuseum, der Wat Traphang Ngoen, der Wat Sa Si, der San Ta Pha Daeng Tempel, sowie rund ein Dutzend weiterer Tempelruinen, welche sich teilweise auf eigenen Inselchen befinden. Von großer Bedeutung für die Thais ist auch das im Zentrum befindliche Ramkhamhaeng Denkmal. Dieser Kernbereich innerhalb der alten Stadtumfriedung wird eintrittstechnisch als ein Bereich angeboten. Dem gesellen sich 4 Außenbezirke der historischen Stätte hinzu. Im Norden ist der interessante Wat Phra Phai Luang und der Wat Si Chum mit seiner bedeutenden Buddhastatue von immerhin 15 m Höhe von besonderer Attraktivität. Im Westen gehört der Wat Saphan Hin zum unbedingten Pflichtprogramm, er liegt ca. 150 m höher auf einem weithin sichtbaren Hügel. Auch die anderen Außenquadranten bieten jeweils ein einzigartiges Programm an sehr fotogenen Tempelruinen in den verschiedensten Stadien des natürlichen Verfalls.

Was kostet der Besuch des Historical Parks in Sukhothai?

Für den Besuch des Ramkhamhaeng Museums werden 150 THB Eintritt erhoben, der Kernbereich und die 4 Außenbezirke kosten jeweils 100 THB Eintritt. Das Museum öffnet täglich von 9:00 bis 16:00 Uhr, der Park hat ansonsten generell von 8:00 bis 18:00 geöffnet. Die Ortschaft Sukothai bietet Übernachtungsmöglichkeiten in gestaffelten Kategorien vom einfachen Guesthouse bis zum feudalen Hotel an. Taxen und Tuktuks offerieren Transportmöglichkeiten zum Historical Park. Preiswert und einfach ist der Shuttlezubringerbus (Thai style Pickup-truck mit seitlichen Sitzbänken auf der Ladefläche), welcher von der Brücke westlich des Yom Flusses in New Sukhothai ungefähr alle 15 Minuten zum Park und auch wieder retour fährt. Der genaue Abfahrtspunkt liegt an der Jarot Withithong Road und für die einfache Fahrt werden 15 THB berechnet. An den Wochenenden wird nach der Schließung des Parks eine gratis Sound/Lightshow mit kulturellen Einlagen geboten, diese ist kostenfrei. An Samstagen gibt es zum Abend noch einen Leckerbissen für Besucher, wenn der Flohmarkt im Historical Park diesen den Anbietern verschiedenster Waren überläßt. Dieser Nachtmarkt wird in den meisten Reiseführern gar nicht erwähnt, er ist allerdings auch recht neu.

Anreise aus Bangkok

  • Im Zuge einer Rundreise durch Thailand gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Sie von Bangkok nach Sukhothai gelangen können: bequem und zeitsparend mit dem Flugzeug, gemütlich mit dem Bus oder traditionell mit der Bahn:
  • Mit dem Bus: Es fahren täglich Busse von Bangkok aus nach Sukhothai. Dabei haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Typen zu wählen, vom luxuriösen, klimatisierten Bus bis hin zu seinem günstigen kleinen Bruder.
  • Mit dem Flugzeug: Bangkok Airways fliegt täglich die historische Stadt im Norden Thailands an. Die wohl zeitsparendste Alternative - bei der Ihnen allerdings die atemberaubende Landschaft entgeht! 
  • Mit dem Zug: Wenn Sie den Zug als Fortbewegungsmittel bevorzugen, geht dies natürlich auch - allerdings müssten Sie knapp 60 km vor Ihrem Ziel Sukhothai in Phitsanulok auf einen Bus wechseln, da Sukhothai selbst nicht an das Gleissystem angeschlossen ist.
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