Sa

26

Mär

2016

ASEAN

Welche Rolle spielt das Urlaubsland Thailand?

Hinter der Abkürzung ASEAN steht Association of Southeast Asian Nations, ein Staatenverbund, dessen Strukturen in nicht allzu ferner Zeit denen der Europäischen Gemeinschaft gleichen soll. Wie Sie wissen, hat die Weiterentwicklung der EU aus der EWG zu einheitlicher Währung, offenen Grenzen und einer gewissen Vereinheitlichung geführt, die nicht überall auf positive Resonanz stößt. Aktuell kommt Thailand eine ebenso bedeutende Rolle beim Integrationsprozess zu, wie der Bundesrepublik innerhalb der Europäischen Gemeinschaft.

 

Wir stellen im folgenden Beitrag offizielle Statements der ASEAN-Webseite sowie Deutschlands vor und betrachten die Pläne nachfolgend aus der Sicht der Thais, wobei neben Zahlen und Fakten auch Kritik an den Tag kommen wird.

ASEAN Flagge
ASEAN

Thailand in Zahlen

Um Ihnen einen Überblick über Demografie und Ökonomie im Königreich geben zu können, nutzen wir die offiziellen Daten der AESAN Webseite. Demnach umfasst das Land 513.000 Quadratkilometer, auf welchen knapp 68 Millionen Menschen leben. Davon sind sechs Prozent Kleinkinder, 23 Prozent sind junge Leute bis 29 Jahre, 40 Prozent sind Arbeitnehmer zwischen 20 und 44 Jahren und der Rest sind Senioren. Mittlerweile nehmen etwa 94 Prozent der thailändischen Kinder an der Primaryschool (Grundschule) teil.

 

Das Bruttoinlandsprodukt des Königreichs lag 2012 bei 346 Millionen US-Dollar, das GDP per Kopf wird mit 5.120 Dollar beziffert. Die thailändische Währung ist der Baht und die Inflation lag 2012 bei 3.6 Prozent. Bei etwa 7.8 Millionen Dollar ausländischer Direktinvestitionen erreichte der Gesamthandel des Königreichs im genannten Zeitraum ein Volumen von 459 Millionen Dollar. Gleichzeitig reisten mehr als 19 Millionen Touristen in Thailand ein.
(Themenrelevant: Die Entwicklung des Tourismus in Thailand)

 

Seitens der Infrastruktur verfügt das Königreich über sieben internationale Flughäfen und über acht wichtige Seehäfen. Straßen nehmen in Thailand etwa 115.000 Quadratkilometer ein, wovon circa 95 Prozent asphaltierte oder betonierte Oberflächen aufweisen. Auf 1.000 Thais kommen 432 Kraftfahrzeuge, etwa 240 Internetanschlüsse und mehr als 1.100 Mobiltelefone.

 

Ergänzend zu erwähnen ist, das Thai die offizielle Nationalsprache ist und Englisch verbreitet gesprochen und verstanden wird. Von den 68 Millionen Einwohnern sind die Mehrzahl Thais, ethnische Minderheiten kommen aus China, Vietnam, Kambodscha und Malaysia.

Weitere Zahlen und Fakten: Thailands Wirtschaft

Thailand - ein zentraler Player der ASEAN-Gemeinschaft

Thailand spielt eine wichtige Rolle bei der ASEAN-Gemeinschaft
Thailand - zentraler Player der ASEAN-Staaten

Mit den oben dargestellten Werten nimmt Thailand in der ASEAN-Staatengemeinschaft in etwa die gleiche Position ein wie Deutschland in der EU. Das Auswärtige Amt hat in einer Stellungnahme das Königreich als Impulsgeber der ganzen Region bezeichnet und fokussiert dabei vor allem Zukunftsprojekte. Die deutsche Botschaft Bangkok erklärt weiter, dass die 1967 in der Hauptstadt gegründete ASEAN-Gemeinschaft insbesondere im letzten Jahrzehnt den Integrationsprozess deutlich beschleunigt hat.
So wurden 2015 beispielsweise Anstrengungen zu einem einheitlichen Binnenmarkt (AEC) unternommen, wobei Thailand einmal mehr eine führende Rolle einnahm.

Deutschland sieht in der ASEAN-Staatengemeinschaft einen zukünftig bedeutsamen Handelspartner, wobei es aus deutscher Unternehmersicht wohl eher um Exporte als um Importe gehen dürfte. Richtig ist, dass die Bundesrepublik treibende Kraft beim Zusammenschluss der europäischen Staaten ist.


Es ist allerdings auch wahr, dass die EU-Mitgliedsländer immer kritischer zu einem wenig demokratisch aufgebauten Einheitsstaat mit Zentralregierung in Brüssel stehen. Thailand sollte aus eigenem Interesse der Entwicklung auf dem europäischen Kontinent aufmerksam folgen. Denn die Aufgabe der ursprünglichen Identität eines Landes kann katastrophale Folgen für die innenpolitische Stabilität einer Nation haben. 

Erfahrungen, von denen die ASEAN-Staaten lernen könnten

Es ist von ungeheurer Wichtigkeit, sich einmal kurz die anderen ASEAN-Mitglieder anzuschauen:

  • Brunei ist eine sehr wohlhabende Monarchie, die allerdings aufgrund einer Population von lediglich 430.000 Menschen geringen Einfluss auf gemeinsame Projekte haben dürfte.
  • Indonesien ist sowohl seitens der Fläche von 1.9 Millionen Quadratkilometern als auch in Bezug auf eine Bevölkerung von 256 Millionen Personen das bedeutendste ASEAN-Mitglied.
  • Kambodscha, Laos und Myanmar zählen immer noch zu den Entwicklungsländern der Region.
  • Vietnam und die Philippinen gehören zu den aussichtsreicheren Schwellenländern, das reichste Mitglied ist der Stadtstaat Singapur.

Wir sehen also, dass ASEAN vor den gleichen Herausforderungen wie die EU steht, wenn versucht wird, die Region in einen zentralen Einheitsstaat umzuwandeln. Eine gemeinsame Währung ist zwar momentan noch kein primäres Thema, aber das galt für den Euro auch bis kurz vor der Einführung.

 

ASEAN und Thailand
ASEAN Staaten

In der Europäischen Gemeinschaft erleben wir gerade, welche fatalen Auswirkungen eine gemeinsame Währung für wirtschaftlich unterschiedlich entwickelte Länder mit sich bringt.
Für Deutschland, Frankreich und die Beneluxstaaten ist der starke Euro eine gewinnbringende Angelegenheit, während die Gemeinschaftswährung für Italien, Griechenland und Spanien einfach zu teuer ist. Im Ergebnis baut Deutschland zulasten der Südstaaten immer größere Außenhandelsüberschüsse auf, bei den Mittelmeeranrainern wächst hingegen der Schuldenberg.

Die Europäische Zentralbank hat den Auftrag die Gemeinschaftswährung zu stützen, doch sie hilft mit Anleihenkäufen und Nullzinsen lediglich den armen Nationen bei der Bewältigung der Kreditzinslast. Deutschen Sparern stehen dadurch viele Milliarden an Zinsverlusten ins Haus, denn Lebensversicherung, Tagesgeld und andere vergleichsweise sichere Anlagen werfen kaum noch Erträge oberhalb der Inflationswerte ab. Ein ganzes Volk verliert somit die seit Jahrzehnten von der Regierung angeregte private Altersvorsorge.

Unterschiede zwischen Thailand und Deutschland

Der wichtigste Aspekt liegt hierbei in der Vergangenheit beider Nationen. Das Königreich war anders als die Bundesrepublik an den großen Weltkriegen nicht aktiv beteiligt. In weiser Voraussicht erlaubte das thailändische Königshaus den japanischen Streitkräften die teilweise Benutzung örtlicher Infrastruktur und verhinderte damit kriegerische Auseinandersetzungen auf thailändischem Boden.

 

Deutschland hingegen war nach dem verlorenen Krieg über Jahrzehnte besetzt und hat bis zur Gegenwart noch keinen Friedensvertrag erreichen können. Dementsprechend ist die Bundesrepublik immer noch kein vollständig souveräner Staat, insbesondere in geopolitischer Hinsicht üben die einstmaligen Siegermächte USA, Frankreich und Großbritannien erheblichen Einfluss auf die Entwicklung Deutschlands aus.

 

Thailand hat diese Nachteile nicht und könnte einer Zukunft innerhalb der Staatengemeinschaft ASEAN aus oberflächlicher Sichtweise eigentlich unbesorgt entgegensehen. Wer allerdings Thailand kennt und die Sprache versteht, reflektiert schnell, dass das hohe Nationalbewusstsein dieses Königreichs jeder Gleichmacherei entgegensteht. Aus der aktuellen Gesamtsicht wird deutlich, dass ASEAN kaum nach dem Vorbild der Europäischen Gemeinschaft aufgebaut wird. Es steht eher eine Region im Fokus, die Ähnlichkeiten mit der ehemaligen EWG hat. 

Nationale Eigenständigkeit bislang unverzichtbar

Thailand ist nicht die einzige Nation, die eine Vereinigung nur unter dem Vorbehalt garantierter Souveränität wünscht. Auch bei den Nachbarn Kambodscha, Vietnam, Laos, Malaysia und Indonesien kann ASEAN nur Bestand haben, wenn den Mitgliedern die nationale Eigenständigkeit erhalten bleibt.

 

Sie mögen jetzt zu Recht einwenden, dass dies auch in der Eurozone einmal galt, von den Regierungen konsequent übergangen wurde und jetzt angesichts der Zuwandererkrise erneut zum Thema wird. Richtig, allerdings sind die ASEAN Mitglieder nicht mit negativer Vergangenheit belastet und daher wesentlich weniger von der internationalen Hochfinanz steuerbar. Sie können ihre Nationalgedanken immer noch ungestört ausleben, doch laufen die langfristigen Bestrebungen in die gleiche Richtung wie in Europa.

 

Zum besseren Verständnis sei gesagt, dass unter dem Begriff internationale Hochfinanz die führenden US-amerikanischen Geschäftsbanken, die Federal Reserve und der Internationale Währungsfonds IWF zu verstehen sind. Die Institutionen verfügen insgesamt über umfangreiche Finanzmittel und können damit verschuldete Staaten mit schwacher Wirtschaftsleistung zum gewünschten Einlenken zwingen.

 

Es ist also durchaus denkbar, dass gerade in Krisenzeiten einige Mitglieder des ASEAN-Pakts Hilfsgelder in Anspruch nehmen müssen und als Gegenleistung die Souveränität ihrer Bürger preisgeben. Im schlimmsten Fall steht Südostasien eine ebenso fatale Vereinheitlichung bevor, wie sie die EU seit etwa 15 Jahren erlebt. Wie die zutiefst stolzen Thailänder auf ein derartiges Szenario reagieren werden, kann derzeit nur spekulativ dargestellt werden, es ist jedoch von innenpolitischen Konflikten sowie Auseinandersetzungen zwischen ASEAN-Gegnern und Befürwortern auszugehen. Gegner der Vereinigung gibt es in allen Ländern, überall strebt die Opposition lediglich ein Gefüge an, welches die souveräne Eigenständigkeit respektiert.

Fakt ist, dass Gegner und Befürworter von ASEAN derzeit genau die Entwicklung innerhalb Europas verfolgen und hoffentlich die Erkenntnisse in zukünftige Vereinbarungen zu einem asiatischen Einheitsstaat einbeziehen. Thailand kommt als wirtschaftlich starke Nation hierbei besonderes Gewicht zu.

ASEAN Auswirkungen
ASEAN - Auswirkungen

Was für Sie als Urlauber wichtig ist

Bislang haben sich die ASEAN Staaten noch nicht auf einheitliche Visa-Regelungen einigen können. Eine Idee bestand beispielsweise aus einer touristischen Visavariante, welche für Thailand und die Nachbarn Kambodscha, Vietnam und Laos gelten sollte. Die Debatte darüber zieht sich seit Jahren hin und hat immer noch kein Ergebnis hervorgebracht. Es bleibt vorerst alles beim Alten, nach wie vor können Sie mühelos für alle Länder passende Touristen-Visas erhalten.

Mehr dazu: Thailand Visum

Die monetäre Vielfalt bleibt ebenso bis auf Weiteres erhalten, alle ASEAN Länder bestehen aktuell auf ihre eigenen Währungen. Das ist gut so, denn so können sie, anders als in Europa, auf wirtschaftliche Entwicklungen mit Auf- oder Abwertung reagieren. Mit nach wie vor bestehenden Grenzen und individuellen Währungen bleibt auch der faszinierende nationale Facetten-Reichtum weiterhin gegeben. Für Sie bedeutet dies, dass Ihr Urlaub in Thailand und der eventuelle Besuch der Nachbarländer weiterhin abwechslungsreich und von nationaler Vielfalt geprägt sein werden. 

Traditionen und Religionen

Abschließend möchten wir noch auf den Erhalt nationaler Traditionen eingehen, hier bemühen sich alle Staaten dem Vorbild Thailands zu folgen, indem sie regionale Bräuche und Traditionen in den Vordergrund aller Bemühungen um steigenden Tourismus stellen. Wir haben Ihnen auf unserer Webseite bereits ethnische Feste in Thailand vorgestellt, wir werden dies zeitnah auch auf Kambodscha, Vietnam und Laos ausweiten.

 

Asiatische Länder werden mehr von Religionen geprägt als westliche Staaten. ASEAN birgt als Gemeinschaft neben dem Buddhismus den Islam in Brunei, Singapur, Malaysia und Indonesien. Auf den Philippinen dominiert das Christentum und in Vietnam leben Buddhisten mit Atheisten friedlich zusammen. Wir wissen aus der jüngsten Vergangenheit, dass Religionen Völker ebenso vereinigen wie auseinanderdividieren können, Thailand erlebt dies seit Jahrzehnten in den südlichen Provinzen. Es bleibt zu hoffen, dass die Initiatoren der ASEAN-Gemeinschaft die Herausforderung Religion weise in alle weiteren Planungen einbeziehen. 


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